Logbuch 2026

Ende April 2026 Tuamotus/Amanu – Hao – Makemo
Wir sind nach einer schnellen, angenehmen Reise von 486 Seemeilen von Taravai/Gambier Islands in 54 Stunden in Amanu/Tuamotus angekommen. Dafür haben wir nur zwei Nachtfahrten gebraucht, weil wir am dritten Tag am späten Nachmittag durch den Pass in Amanu fahren konnten. Danach konnten wir noch durch das ganze Atoll bis in den Osten fahren, wo dann im letzten Licht der Anker fiel. Glück gehabt. Wären wir langsamer gewesen, hätten wir entweder vor dem Pass ankern müssen oder uns die Nacht mit Hin- und Herfahren um die Ohren schlagen müssen.

Wir müssen uns auch erst dran gewöhnen, dass hier die Sonne schon um Viertel nach fünf untergeht. Da die Tuamotus schon Tahiti-Zeit haben, mussten wir die Uhr um eine Stunde verstellen. Statt -09 UTC haben wir jetzt -10 UTC, und da Amanu noch weit im Osten liegt, stimmt die offizielle Zeit nicht so richtig mit der Realität überein. Aber das wird besser werden, je weiter wir nach Westen kommen.
Von dem östlichen Ankerplatz schaffen wir uns immer mehr nach Norden und erkunden, was es so zu sehen gibt. Mal ist es eine Lagune im Atoll, mal können wir einen schmalen Pfad bis zum Außenriff gehen, und gelegentlich gibt es auch Kokosnüsse, die wir aufsammeln können. Im Kokosnussaufschlagen ist Benno mittlerweile Profi. Am liebsten mögen wir das Kokosnusswasser, und ich liebe es, wenn das Fruchtfleisch noch sehr glibberig ist und man es einfach auslöffeln kann. Wenn das Fruchtfleisch hart ist, wird es ausgeschabt und ich mache anschließend damit einen Kokoskuchen oder es wird beim Kochen verarbeitet.

Nach einem Schnorchelstopp im Nordwesten von Amanu segeln wir zum Star-Anchorage mitten im Atoll. Der Platz wird auch oft Nabel von Amanu genannt, und nicht weit von unserem Ankerplatz kann man schön tauchen. Hinterm Heck von Belena wird es sofort tief, wir können gleich vom Boot ins Wasser springen und dort tauchen. So lieben wir das.

Aber irgendwann wird es Zeit, dass wir uns vor den Ort Itikake legen. Bekannte Segler von uns liegen dort, und wir fahren natürlich auch mal ins Dorf. Die Dörfer sind in der Regel recht hübsch und haben oft eine große Kirche. Bei Amanu ist diese in der Nähe des Passes, den zu beobachten für uns natürlich interessant ist. Die Pässe in den Tuamotus sind navigatorisch eine Herausforderung. Hier strömt das Wasser in und aus der Lagune, und das teilweise sehr heftig. Fährt man zur falschen Zeit durch, kann man sich vorkommen wie in einer Waschmaschine, und es ist auch gefährlich.

Wir können auch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, aber wir finden nur einen kleinen Tante-Emma-Laden mit eingeschränktem Sortiment. Obst und Gemüse sind Fehlanzeige und gibt es meistens nur gefroren.
Wir hatten noch jede Menge Obst von den Gambier-Inseln, aber irgendwann war damit Schluss. Hier in den Tuamotus ist generell Saure-Gurken-Zeit, was Obst betrifft. Es gibt außer Kokosnüssen nur das Obst, das das Versorgungsschiff bringt. Und das sind überwiegend Äpfel, Birnen und Orangen, welche aus Neuseeland oder den USA importiert werden.
Aber wir sind ja flexibel und nehmen, was wir kriegen können.

Als die Bedingungen günstig sind, segeln wir gerade mal die 15 Seemeilen zum nächsten Atoll, Hao. Das hat einen ganz berüchtigten Pass, und uns wurde erzählt, dass sich manchmal sogar das Versorgungsschiff nicht hereintraut, denn die Strömung kann bis zu 12 Knoten stark sein. Als wir ankommen, ist der Pass ruhig, und wir segeln gleich bis vor den Ort. Während der Atomversuche der Franzosen in den Tuamotus war Hao das logistische Herzstück der Atomtests. Damals haben teilweise mehrere Tausend Menschen dort gelebt, heute sind es nur noch einige Hundert, aber es gibt noch ein College und mehrere Geschäfte, um Lebensmittel einzukaufen. Das Atoll ist recht groß, und außer dem Ankerplatz vor dem Ort gibt es auch viele idyllische Plätze, an denen wir ankern können. Da das Atoll nicht auf der üblichen Route liegt, wird es nicht so häufig von Yachten besucht wie andere Atolle, und wir sind meistens allein vor Anker.

Ein attraktiver Ankerplatz ist vor einem Motu, wo früher einmal eine Perlenfarm betrieben wurde. Einige Hütten stehen noch, und wir finden auch einen Berg voller leerer Muscheln. Wir gehen auch zum Außenriff, um auf das wilde Meer zu schauen, aber man muss immer wieder nach oben gucken und aufpassen, dass einem keine Kokosnuss auf den Kopf fällt. An einem anderen Ankerplatz, mehr im Norden des Atolls, machen wir Belena mit einer Mooringleine an einem Wrack fest, wo wir auch tauchen können. Das Wrack ist noch ziemlich gut erhalten und ist mittlerweile die Heimat von vielen Fischen und Korallen.

Bevor wir Hao verlassen, legen wir uns in die Nähe des Passes Kaki, um zu beobachten, wann eine Ausfahrt gefahrlos möglich ist. Es ist imposant zu sehen, wie schnell sich die Verhältnisse ändern. Eine relativ kurze Zeit macht der Pass einen ruhigen Eindruck, und dann wechselt es schnell in eine Hexenküche mit brodelndem Wasser.
Aber es gelingt uns, die Ausfahrt gut zu timen, und dann setzen wir Segel nach Makemo. Die Strecke von Hao nach Makemo beträgt 180 Seemeilen, für einen Tagestörn zu lang, aber mit einer Nachtfahrt bequem zu erreichen. Kurz bevor wir den Pass Arikitamiro in Makemo erreichen, fährt das Versorgungsschiff Nuku Hau in den Pass. Super, dann werden die Geschäfte mit Frischwaren gut gefüllt sein. Als wir am nächsten Tag an Land fahren, sind die Geschäfte tatsächlich gut bestückt und wir kaufen so viel ein, wie wir gerade noch tragen können. Aber als wir aus dem letzten Laden herausgehen, kommt sofort die Besitzerin des Ladens mit dem Auto hinterher und bringt uns zum Dinghidock. Wir sind immer wieder begeistert von der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Polynesier.

Wir bleiben ein paar Tage vor Pouheva, dem Hauptort Makemos, denn wir haben hier norwegische Segler kennengelernt. Nils ist auch Taucher und er will zusammen mit Benno im Pass Arikitamiro tauchen. Doch danach erkunden wir noch andere Ankerplätze in Makemo und wir segeln ein Stück weiter in den Norden. Vor dem Punaruku Beach finden wir einen schönen Platz und wir bleiben ein paar Tage.
Als nächstes Atoll wollen wir Tahanea besuchen, doch das wird erst im Mai sein und ihr könnt darüber im nächsten Bericht lesen.

Ende März Gambier Inseln – Pitcairn – Gambier Inseln
Ja, Ihr habt richtig gelesen. Wir waren in Pitcairn. Pitcairn ist zwar „nur“ etwas über 290 Seemeilen von Rikitea entfernt, aber viele Segler scheuen den Weg nach Osten, der meistens dornig ist und erreichen Pitcairn meistens von der Osterinsel kommend. Außer mit dem Segelboot ist es schwierig überhaupt auf die Insel der Meuterer zu kommen, denn einen Flughafen gibt es nicht. Man kann mit dem Versorgungsschiff fahren, welches die Insel gelegentlich anläuft oder mit einem Kreuzfahrtschiff. Beides ist sehr, sehr teuer.

Aber ehe ich von Pitcairn berichte, will ich noch schreiben, was sonst so im März bei uns passiert ist. Nun, besondere Ereignisse gab es nicht. Benno hatte mal wieder das Bedürfnis, einen Berg hoch zu gehen und diesmal hatte er sich den Mt. Mokoto ausgesucht. Das ist mit 423 Metern die zweitgrößte Erhebung auf Mangareva Island und er hatte wieder Begleitung von anderen Seglern. Die Wanderung wird als anspruchsvoll beschrieben, also nix für mich.
Auch gab es wieder ein Barbecue bei Hervé und Valérie in Taravai, wo wir wieder gut gegessen haben und nette Gesellschaft hatten. Von Hervé gibt es auch immer jede Menge Obst, sodass wir diesbezüglich gut versorgt sind.

Darüber hinaus wurde das „social life“ auch nicht vernachlässigt. Wir haben Besuch von anderen Seglercrews oder sind Gast bei anderen, und gehen gelegentlich gemeinsam mit anderen Seglern an Land essen.
Mitte März ist das Wetter günstig um nach Pitcairn zu segeln. Der Wind weht zwar immer noch aus Osten, aber nicht sehr stark und wir haben keine hohen Wellen, sodass wir gepflegt dorthin segeln können.
Wenn wir mehr Wind gehabt hätten, wären wir nach nur einer Nachtfahrt in Pitcairn angekommen. Doch wir lieben es ja gemütlich und so ist am Sonntag, dem 15. März der Anker vor Pitcairn Tedside gefallen. Tedside ist der Ankerplatz im Westen von Pitcairn und wir hatten vor Ankunft mit dem Harbourmaster von Pitcairn über UKW Kontakt. Er hatte uns zu diesem Ankerplatz geraten, aber auf Grund des Wetters war uns schon vorher klar, dass wir leider nicht in der Bounty Bay ankern konnten.

Wir sind gemeinsam mit der Kerstin und Norbert von SY Odine in Gambier los gesegelt und haben uns entschlossen, auf die beiden zu warten und erst am Montag an Land zu gehen. Mit den Behörden in Pitcairn war es kein Problem, dass wir nicht sofort einklariert haben und wir haben vereinbart, dass wir am nächsten Tag mit dem Boot der Pitcairner abgeholt werden und die Insel besuchen.
Am nächsten Tag kommt dann nicht das große Longboat, sondern ein großes Schlauchboot. Da müssen wir beim Anlegen an unseren Rumpf keine Schäden befürchten und es ist auch bequemer, dort einzusteigen. Wir holen noch die Crew der Sy Odine ab und dann fahren wir fast zwei Seemeilen zum Landing vor der Bounty Bay. Hier steht wie immer Schwell in die Bucht, aber unser Bootsfahrer hat ja genug Übung und Erfahrung und wir kommen ohne Probleme dort an.
Brenda, die unter anderem auch die Funktion des Immigration Officers innehat, begrüßt uns herzlich und die Formalitäten sind schnell erledigt. Wir füllen die üblichen Formulare aus, die Schiffspapiere will man sehen und schon gibt es den Stempel in den Pass. Wir kriegen auch gleich einen Blanko-Stempel für die Ausreise, wo wir das Datum selbst eintragen können. Die Pitcairner wissen, dass das Wetter sich manchmal schnell ändert und dass man dann sofort Anker auf gehen muss und es nicht mehr die Gelegenheit gibt, nochmal an Land zu kommen.
Bei uns zeichnet es sich schon früh ab, dass wir nur einen einzigen Tag an Land haben werden. Ich hatte das schon per Email angekündigt und man hat bereits alles vorbereitet, um uns einen schönen Tag zu bereiten.

Wir haben eine Inselrundfahrt gebucht, die mit Quads durchgeführt wird. Die Quads sind das hauptsächliche Verkehrsmittel auf der Insel und stehen schon mit Fahrer für uns bereit. Erste Anlaufstation ist die Treasury in Adamstown, wo Geldsachen abgewickelt werden und man uns zur Kasse bittet. Wir zahlen insgesamt 680 NZ Dollar, was ungefähr 340 Euro entspricht. Es sind die Gebühren für den Bootstransfer, die Insel-Tour mit dem Quad, Mittagessen für uns beide, Obst, welches wir bestellt haben und die Landing fee. Kein billiger Spaß, aber nach Pitcairn kommt man ja nicht so oft und es ist das Geld wert.
Dann geht die Besichtigungstour mit dem Quad los. Als Erstes geht es zu einem Aussichtspunkt mit einem Blick auf Adamstown und Adams Rock und dann weiter zu St. Paul’s Pool. Ein natürlicher Pool, in dem man auch baden kann, aber leider fehlt uns dafür die Zeit. Aber der Blick ist toll!

Dieser Pool liegt ganz im Osten und anschließend geht die Fahrt weiter nach Westen. Erst zu dem Landeplatz für einen Helikopter und dem Tennisplatz, der aber nicht mehr genutzt wird, und dann zu einer alten Radiostation. Die wird aber auch nicht mehr genutzt, denn auf Pitcairn hat mittlerweile Starlink Einzug gehalten. Auch die Wetterstation hat ausgedient und wir fahren anschließend zu dem höchsten Punkt von Pitcairn. Hier gibt es die obligatorischen Schilder, die uns verraten, wie weit es bis New York, Sydney, London, Paris und noch ein paar anderen Destinationen ist. Dann wird es langsam Zeit, um noch dem Museum einen Besuch abzustatten. Das wird extra für uns geöffnet und vorher fahren wir noch zu einer Kaffeeplantage, wo wir erfolglos Miss T suchen. Das ist nämlich eine Galapagos-Schildkröte, die vor vielen Jahren mal nach Pitcairn gebracht wurde, aber sie versteckt sich vor uns. John Adams Grab darf auch nicht bei der Besichtigung fehlen, denn er hat das Leben der Insel sehr geprägt. Von den europäischen Meuterern hat er am längsten gelebt, denn die anderen haben sich im Laufe der Zeit alle gegenseitig massakriert. Einer davon ist Christian Fletcher, der Anführer, nach dem eine Höhle benannt ist, die man auch erwandern kann. Von dort soll Christian Fletcher nach Schiffen Ausschau gehalten haben, die die Meuterer eventuell entdecken könnten.

Über die Geschichte von Pitcairn könnte ich sicher noch sehr viel mehr schreiben, aber da findet sich im Internet genügend, sodass ich mir das hier sparen kann. Nach dem Besuch des Museums, was sehr interessant war, haben wir uns noch den Friedhof angeschaut und dann gab es Mittagessen in einem privaten Haushalt.
Ich hatte schon viel vom Whale’s Tooth Inn, der Bar von Paul und Sue gelesen. Diese Bar steht auf der Liste der 10 abgelegensten Bars der Welt und die beiden Betreiber sind richtige Originale und sehr gastfreundlich. Wir lassen den Nachmittag dort ausklingen, und wir unterhalten uns sehr gut. Natürlich habe ich einen Whiskey aus einem ausgehöhlten Walzahn getrunken, woher die Bar ihren Namen hat. Paul, der sich auch Pirate Paul nennt, zeigt uns auch noch seinen Daumen, den er sich mit der Machete abgehackt hat und den er aber noch mit Formalin getränkt in einem Glas im Regal stehen hat. Er hat sich einen Ersatz-Daumen geschnitzt, mit dem er offensichtlich gut klarkommt.

Am späten Nachmittag fährt er uns zum Landing und wir müssen Abschied von der Insel und den Bewohnern nehmen. Viele sind zum Winken gekommen und mit einer großen Kiste von Obst werden wir wieder zurück zu Belena gefahren. Ein ereignisreicher und schöner Tag.
Wieder zurück an Bord checken wir gleich die Wettersituation. Es wird Dienstag und Mittwoch noch relativ ruhiges Wetter für Pitcairn vorhergesagt, aber danach kommt Wind, der für unsere Rückfahrt nach Gambier Islands sehr ungünstig wäre. Also entscheiden wir uns, noch am selben Abend Pitcairn zu verlassen. Wir wollen Oeno Island anlaufen, eine kleine Insel, die noch zu Pitcairn gehört. Dort kann man bei günstigen Bedingungen ankern, sich die Insel anschauen und schnorcheln soll auch gut sein. Als wir dort ankommen, ist aber leider zu viel Schwell und wir segeln weiter nach Gambier. Letztendlich stellt sich diese Entscheidung als gut heraus, denn wir können alles bei guten Bedingungen segeln. Wir kommen noch vor den Gewittern, die später über das Seegebiet ziehen am donnerstagmorgens in Gambier an und ankern vor dem Inselchen Tenoko. Von dort geht es am nächsten Tag wieder vor Rikitea und wir bleiben dort, bis das Versorgungsschiff kommt.

Vor Rikitea füllt sich mittlerweile der Ankerplatz, da mehr und mehr Boote jetzt von Galapagos oder Panama eintreffen. Wir verziehen uns nochmal in den Süden von Taravai, wo wir uns mit lieben Freunden treffen und uns anschließend von den Gambier Inseln verabschieden.
Am 31. 3. gehen wir Anker auf und sind nun auf dem Weg nach Amanu in den Tuamotus. Wie es uns dort ergeht, könnt ihr im nächsten Bericht lesen.

Ende Februar 2026 Gambier Islands
Wir sind immer noch im Gambier-Archipel und werden wohl auch noch eine Weile bleiben. Es ist einfach wunderschön hier. Das mit dem Urlaubmachen klappt gut, und das Wetter spielt auch mit. Es ist zwar Zyklonsaison, aber es ist meistens sonnig und schön warm. Klar, es regnet auch manchmal, aber meistens nur kurz und dann scheint wieder die Sonne.

Eigentlich hatten wir die Absicht, noch auf die Marquesas zu segeln, bevor die Horde von Seglern, die von Galapagos oder Panama kommt, dort eintrifft. Das ist meist schon im April der Fall und dann ist das Ankern in Hiva Oa sehr schwierig. Aber es gefällt uns hier so gut, dass wir vorläufig nicht wegsegeln wollen.
Es ist hier nicht überlaufen, in Rikitea ist die Versorgung mit Lebensmitteln gut, insbesondere dann, wenn das Versorgungsschiff gekommen ist. Dann heißt es aber auch, schnell zu sein, denn vieles, was das Schiff bringt, ist schnell ausverkauft. Worum geht der Run? Um Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Kohl, Möhren und einige andere frische Sachen. Auch werden die Tiefkühler der Geschäfte wieder aufgefüllt, und das Angebot an Lebensmitteln ist grundsätzlich besser nach Ankunft des Schiffes.

Also richten wir unseren Zeitplan nach der Ankunft des Schiffes, das etwa alle drei Wochen kommt. Dann ankern wir vor Rikitea, und danach sind zwei Tage Shopping angesagt. Da aber die meisten Segler auch dort ankern, die jetzt im Archipel sind, trifft man sich gelegentlich für einen Sundowner oder mehr. Wir haben mittlerweile mit der einen oder anderen Crew ein etwas engeres Verhältnis und unternehmen auch manches gemeinsam und gehen auch schon mal gemeinsam in Rikitea essen. Nun, ein richtiges Restaurant gibt es dort nicht, aber einen Snack, in dem es Sitzgelegenheiten gibt und das Essen ganz okay ist.

Benno ist als Kältetechniker auch sehr gefragt, und es gibt hier einige, die Probleme mit ihrem Kühlschrank oder Tiefkühler haben. Benno hat schon mehrfach helfen können, und dadurch haben wir unter anderem einen sehr guten Kontakt zu einer französischen Crew bekommen. Wir waren dort schon mehrfach zum Dinner eingeladen, und es gab auch gute Gespräche, was ja noch wichtiger ist. Neben den deutschen Seglern, die hier zahlenmäßig gut vertreten sind, ist die größte Gruppe die der Franzosen. Aber auch Schweizer, Südafrikaner, Holländer, Schweden, Norweger, Amerikaner und eine Crew aus Brasilien finden sich hier. Mit dieser bunten Truppe gab es auch einmal ein tolles Beach-Barbecue, das federführend von Südafrikanern initiiert wurde, die ja fürs Grillen eine ganz besondere Leidenschaft haben.

Hervé und Valérie haben Mitte des Monats zu einem Erdofenessen mit selbst geschossenem Wildschwein eingeladen. Wie immer haben auch die Segler etwas dazu beigesteuert, und es war ein schöner Tag. Benno hat danach eine Wanderung zusammen mit anderen Seglern auf Taravai gemacht. Auf den Berg hochzulaufen ist nicht meins, und ich habe mich anschließend an den Fotos erfreut, die unterwegs gemacht wurden. Das war übrigens nicht der erste Berg, den Benno erobert hat. Auf Mangareva war er schon auf dem Mt. Duff, wo er auch tolle Fotos gemacht hat. Neben Akamaru liegt das kleine Inselchen Mekiro, wo man auch auf den Berg gehen kann, was Benno allerdings schon am 1. Februar getan hat.

Das Gambier-Archipel besteht im Wesentlichen aus Vulkaninseln und Riffinseln, sogenannten Motus. Im Prinzip erinnert uns das etwas an die Gesellschaftsinseln, die ähnlich aufgebaut sind. Laut Wikipedia gibt es hier 43 Inseln, wobei allerdings nicht zwischen Vulkaninseln und Motus unterschieden wird. Aber wie auch immer, es gibt einiges zu entdecken, und wenn wir mit dem Einkaufsmarathon fertig sind, verlassen wir in der Regel Rikitea und segeln zu den anderen Inseln und Motus.

Zum Schluss möchte ich noch von einem besonders interessanten Tag erzählen. Auf Mangareva gab es eine Veranstaltung, die als Tourist Day angekündigt wurde. Es wurde eine Rundfahrt um die Insel angeboten, und an mehreren Plätzen gab es dann traditionelle Tänze mit Musik. Es waren hauptsächlich Schüler, die die Trommeln mit großem Enthusiasmus geschlagen haben. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt, und wir waren erst wieder an Bord, als es dunkel wurde. Wir saßen im Bus zusammen mit hochrangigen Politikern und auch mit dem Minister of Equipment and Land Transport, und später war der Präsident von Französisch-Polynesien, Moetai Brotherson, auch dabei. Es wurde gefeiert, was das Zeug hielt, und die Stimmung war klasse.

Am letzten Tag des Februar sind wir zusammen mit anderen Seglern zu einem Tanzfest gegangen. DJ war der Sohn von Hervé und Valérie, und das Ganze fand auf dem Platz vor dem Stadion statt. Die Musik war nicht ganz nach unserem Geschmack, aber ein bisschen haben wir trotzdem getanzt. Wir sind aber dann relativ früh gegangen, doch die Einheimischen haben noch bis halb sechs durchgehalten.
Anfang März kommt wieder das Versorgungsschiff, und nach dem Einkaufen werden wir Rikitea wieder verlassen. Wohin? Das wissen wir noch nicht.

Ende Januar 2026 Rikitea/Gambier Islands – Französisch-Polynesien
Wir sind im Paradies angekommen. Nun, tatsächlich sind wir schon eine ganze Weile hier. Eigentlich wären wir am 5. Januar angekommen, wenn wir nicht vorher „gebremst“ hätten. Denn wir wollten erst mit dem ersten Licht durch den Pass fahren, der uns zur Insel Mangareva und zum Hauptort Rikitea führte.
Unterm Strich sind wir sehr zufrieden mit dem Törn, und hier gibt es jetzt eine kleine Zusammenfassung.

Da wir schon länger geplant hatten, wieder nach Französisch-Polynesien zurückzusegeln, hatten wir beschlossen, die höheren Temperaturen des Südsommers auszunutzen und auf ca. 40° nach Osten zu segeln. Aber letztendlich mussten wir gar nicht so weit südlich. 38° S war unsere südlichste Breite. Da für Ende Dezember bis Mitte Januar weniger Konvektion in den Tropen vorhergesagt war (siehe Madden-Julian-Oszillation) und dann damit zu rechnen war, dass es keine beziehungsweise kaum Tropical-Cyclone-Entwicklung gibt, entschieden wir spontan, einen Tag nach dem Launching von Belena auszuklarieren. Mit dem vorhergesagten Hochdruckgebiet segelten wir an dessen Südflanke, aber nur gerade so weit entfernt vom Hochzentrum, wo der Wind mit 6-10 kn blies und wir fast immer raumschots segeln konnten.

Die täglichen Vorhersagen zeigten keine negative Entwicklung und bestätigten ein nahezu stationäres Hoch. Dieses hat nur seine Form manchmal ein wenig geändert, wenn durch Sturmtiefs im Süden die Isobaren zusammengequetscht wurden. Dann hatten wir auch schon mal 30 kn, aber bei diesem stärkeren Wind segelte Belena nur mit Kutterfock entspannt dahin.
Unsere Etmale während des 3119-Seemeilen-Törns von Neuseeland waren eher unterdurchschnittlich für Belena, und nur zweimal erreichten wir Etmale über 200 Seemeilen.

Aber wir sind keine Racer und bevorzugen entspanntes, materialschonendes Segeln, und hatten infolgedessen auch keine Schäden am Material.
Das Hoch war uns dann tatsächlich so gnädig, dass es wartete, bis wir nach Norden abbogen, und wir an seiner Ostflanke weiterhin raumschots und dann halbwind bis kurz vor die Gambier-Inseln segelten. Am Ankerplatz war dann Nordlage mit Regen, gerade genug, um das Salz abzuwaschen, also alles wie bestellt.
Inzwischen herrscht wieder MJO (Madden-Julian-Oszillation) Aktivität in der Region westlich der Dateline mit entsprechender Konvektion, und Passagen sollte man jetzt nicht antreten.
Susanne Huber-Curphey ist übrigens die ganze Zeit, bis wir nach Norden abbogen, parallel mit uns gesegelt. Sie ist einen Tag vor uns in Neuseeland weg gesegelt, aber sie hat sich für eine Route einige Breitengrade südlicher entschieden. Meist hatte sie dort wesentlich mehr Wind, und teilweise war es sogar recht stürmisch in ihrer Gegend. Doch sie hatte auch Phasen ohne Wind, und das war auch nicht schön, weil das Boot durch den Schwell hin und her geworfen wurde. Sie macht zurzeit einen Zwischenstopp in Puerto Williams in Chile, und wir sind schon gespannt, zu erfahren, wohin sie weitersegeln wird.

Bemerkenswert war, dass wir bis auf eine Pilotwalschule in der Nähe von Neuseeland auf der ganzen Strecke keine Wale oder Delfine gesehen haben. Wir haben auf über 3000 Seemeilen nicht einen einzigen Fisch gefangen, und es haben sich auch keine Fliegenden Fische aufs Deck verirrt, wie wir das bei der Atlantiküberquerung häufig hatten. Allerdings hatten wir gelegentlich einen Squid an Deck, der aber zu klein zum Essen war. Als wir noch nicht allzu weit von Neuseeland entfernt waren, sahen wir gelegentlich Albatrosse, die elegant über uns hinwegflogen. Später, einige Tage vor der Ankunft, haben wir Feenseeschwalben gesehen, oder zumindest glauben wir, dass es diese Vögel waren. Wir haben uns darüber sehr gewundert, da wir doch noch recht weit von Land entfernt waren. Wir hatten den Eindruck, dass die Vögel sich an Deck ausruhen wollten, doch es hat sich keiner getraut.
Fünf Tage nach der Abfahrt von Neuseeland haben wir einen Tanker gesehen, und kurz vor unserer Ankunft haben wir ein Schiff gesehen, das auch nach Mangareva fuhr. Das war’s. Keine Fischerboote und keine sonstigen Boote, und Susanne war weit südlich von uns, meist zwischen 40° und 50° südlicher Breite.

Kulinarisch konnten wir uns auf dem Törn auch nicht beschweren. Wir hatten noch lange frische Lebensmittel, und sogar bei der Ankunft in Rikitea war das eine oder andere noch an Bord. Zum Glück ist es hier nicht so wie in Neuseeland, wo man bei jedem Segelboot die noch übrigen frischen Lebensmittel konfisziert. Bei der Berufsschifffahrt und bei Kreuzfahrtschiffen wird das nicht gemacht, aber Segler sind ein leichtes Ziel. Das Einklarieren hier in Gambier kann insgesamt nicht einfacher sein. Der Gendarm stempelte den Pass und sagte „Welcome“ , keine Kosten, keine „Advanced Notice of Arrival“ oder ähnlich sinnlose Formulare für all die verschiedenen Wichtigtuer-Behörden. So gefällt uns das.

Das Wetter ist schön sonnig, das Wasser warm und glasklar. Die Einheimischen sind nett, und auch von der Seglergemeinde sind wir herzlich aufgenommen worden. Den Transocean-Stützpunktleiter Fritz haben wir schon besucht und uns auch mit anderen Seglern getroffen.
Wir haben außer Rikitea bereits Taravai erkundet und auch schon am legendären Barbecue von Hervé und Valérie teilgenommen. Benno hat einem Fischer den Tiefkühlschrank repariert, und einen Tag später hat dieser einen Black Marlin von 207 kg gefangen. Wir haben jetzt einige Kilos Fisch in unserem Freezer, und um Fisch müssen wir uns jetzt keine Gedanken mehr machen. Der Fischer fährt fast täglich raus, und wir haben mittlerweile Mahimahi und Tuna im Freezer. 😁 Die Versorgungslage mit anderen Lebensmitteln ist gut, wenn auch teuer. Aber das haben wir vorher gewusst, doch es schmälert unsere Freude nicht, hier zu sein. Obst und Gemüse bekommen wir auch manchmal geschenkt.

Jetzt ist erstmal Urlaub angesagt mit Tauchen, Schnorcheln, Wandern und Treffen mit anderen Seglern. Zurzeit ankern wir vor der Insel Akamaru und neben dem Inselchen Mekiro. Wohin es danach geht, wird der Wind entscheiden.