Ende Februar 2026 Gambier Islands
Wir sind immer noch im Gambier-Archipel und werden wohl auch noch eine Weile bleiben. Es ist einfach wunderschön hier. Das mit dem Urlaubmachen klappt gut, und das Wetter spielt auch mit. Es ist zwar Zyklonsaison, aber es ist meistens sonnig und schön warm. Klar, es regnet auch manchmal, aber meistens nur kurz und dann scheint wieder die Sonne.

Eigentlich hatten wir die Absicht, noch auf die Marquesas zu segeln, bevor die Horde von Seglern, die von Galapagos oder Panama kommt, dort eintrifft. Das ist meist schon im April der Fall und dann ist das Ankern in Hiva Oa sehr schwierig. Aber es gefällt uns hier so gut, dass wir vorläufig nicht wegsegeln wollen.
Es ist hier nicht überlaufen, in Rikitea ist die Versorgung mit Lebensmitteln gut, insbesondere dann, wenn das Versorgungsschiff gekommen ist. Dann heißt es aber auch, schnell zu sein, denn vieles, was das Schiff bringt, ist schnell ausverkauft. Worum geht der Run? Um Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Kohl, Möhren und einige andere frische Sachen. Auch werden die Tiefkühler der Geschäfte wieder aufgefüllt, und das Angebot an Lebensmitteln ist grundsätzlich besser nach Ankunft des Schiffes.

Also richten wir unseren Zeitplan nach der Ankunft des Schiffes, das etwa alle drei Wochen kommt. Dann ankern wir vor Rikitea, und danach sind zwei Tage Shopping angesagt. Da aber die meisten Segler auch dort ankern, die jetzt im Archipel sind, trifft man sich gelegentlich für einen Sundowner oder mehr. Wir haben mittlerweile mit der einen oder anderen Crew ein etwas engeres Verhältnis und unternehmen auch manches gemeinsam und gehen auch schon mal gemeinsam in Rikitea essen. Nun, ein richtiges Restaurant gibt es dort nicht, aber einen Snack, in dem es Sitzgelegenheiten gibt und das Essen ganz okay ist.

Benno ist als Kältetechniker auch sehr gefragt, und es gibt hier einige, die Probleme mit ihrem Kühlschrank oder Tiefkühler haben. Benno hat schon mehrfach helfen können, und dadurch haben wir unter anderem einen sehr guten Kontakt zu einer französischen Crew bekommen. Wir waren dort schon mehrfach zum Dinner eingeladen, und es gab auch gute Gespräche, was ja noch wichtiger ist. Neben den deutschen Seglern, die hier zahlenmäßig gut vertreten sind, ist die größte Gruppe die der Franzosen. Aber auch Schweizer, Südafrikaner, Holländer, Schweden, Norweger, Amerikaner und eine Crew aus Brasilien finden sich hier. Mit dieser bunten Truppe gab es auch einmal ein tolles Beach-Barbecue, das federführend von Südafrikanern initiiert wurde, die ja fürs Grillen eine ganz besondere Leidenschaft haben.

Hervé und Valérie haben Mitte des Monats zu einem Erdofenessen mit selbst geschossenem Wildschwein eingeladen. Wie immer haben auch die Segler etwas dazu beigesteuert, und es war ein schöner Tag. Benno hat danach eine Wanderung zusammen mit anderen Seglern auf Taravai gemacht. Auf den Berg hochzulaufen ist nicht meins, und ich habe mich anschließend an den Fotos erfreut, die unterwegs gemacht wurden. Das war übrigens nicht der erste Berg, den Benno erobert hat. Auf Mangareva war er schon auf dem Mt. Duff, wo er auch tolle Fotos gemacht hat. Neben Akamaru liegt das kleine Inselchen Mekiro, wo man auch auf den Berg gehen kann, was Benno allerdings schon am 1. Februar getan hat.

Das Gambier-Archipel besteht im Wesentlichen aus Vulkaninseln und Riffinseln, sogenannten Motus. Im Prinzip erinnert uns das etwas an die Gesellschaftsinseln, die ähnlich aufgebaut sind. Laut Wikipedia gibt es hier 43 Inseln, wobei allerdings nicht zwischen Vulkaninseln und Motus unterschieden wird. Aber wie auch immer, es gibt einiges zu entdecken, und wenn wir mit dem Einkaufsmarathon fertig sind, verlassen wir in der Regel Rikitea und segeln zu den anderen Inseln und Motus.

Zum Schluss möchte ich noch von einem besonders interessanten Tag erzählen. Auf Mangareva gab es eine Veranstaltung, die als Tourist Day angekündigt wurde. Es wurde eine Rundfahrt um die Insel angeboten, und an mehreren Plätzen gab es dann traditionelle Tänze mit Musik. Es waren hauptsächlich Schüler, die die Trommeln mit großem Enthusiasmus geschlagen haben. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt, und wir waren erst wieder an Bord, als es dunkel wurde. Wir saßen im Bus zusammen mit hochrangigen Politikern und auch mit dem Minister of Equipment and Land Transport, und später war der Präsident von Französisch-Polynesien, Moetai Brotherson, auch dabei. Es wurde gefeiert, was das Zeug hielt, und die Stimmung war klasse.

Am letzten Tag des Februar sind wir zusammen mit anderen Seglern zu einem Tanzfest gegangen. DJ war der Sohn von Hervé und Valérie, und das Ganze fand auf dem Platz vor dem Stadion statt. Die Musik war nicht ganz nach unserem Geschmack, aber ein bisschen haben wir trotzdem getanzt. Wir sind aber dann relativ früh gegangen, doch die Einheimischen haben noch bis halb sechs durchgehalten.
Anfang März kommt wieder das Versorgungsschiff, und nach dem Einkaufen werden wir Rikitea wieder verlassen. Wohin? Das wissen wir noch nicht.
Ende Januar 2026 Rikitea/Gambier Islands – Französisch-Polynesien
Wir sind im Paradies angekommen. Nun, tatsächlich sind wir schon eine ganze Weile hier. Eigentlich wären wir am 5. Januar angekommen, wenn wir nicht vorher „gebremst“ hätten. Denn wir wollten erst mit dem ersten Licht durch den Pass fahren, der uns zur Insel Mangareva und zum Hauptort Rikitea führte.
Unterm Strich sind wir sehr zufrieden mit dem Törn, und hier gibt es jetzt eine kleine Zusammenfassung.

Da wir schon länger geplant hatten, wieder nach Französisch-Polynesien zurückzusegeln, hatten wir beschlossen, die höheren Temperaturen des Südsommers auszunutzen und auf ca. 40° nach Osten zu segeln. Aber letztendlich mussten wir gar nicht so weit südlich. 38° S war unsere südlichste Breite. Da für Ende Dezember bis Mitte Januar weniger Konvektion in den Tropen vorhergesagt war (siehe Madden-Julian-Oszillation) und dann damit zu rechnen war, dass es keine beziehungsweise kaum Tropical-Cyclone-Entwicklung gibt, entschieden wir spontan, einen Tag nach dem Launching von Belena auszuklarieren. Mit dem vorhergesagten Hochdruckgebiet segelten wir an dessen Südflanke, aber nur gerade so weit entfernt vom Hochzentrum, wo der Wind mit 6-10 kn blies und wir fast immer raumschots segeln konnten.

Die täglichen Vorhersagen zeigten keine negative Entwicklung und bestätigten ein nahezu stationäres Hoch. Dieses hat nur seine Form manchmal ein wenig geändert, wenn durch Sturmtiefs im Süden die Isobaren zusammengequetscht wurden. Dann hatten wir auch schon mal 30 kn, aber bei diesem stärkeren Wind segelte Belena nur mit Kutterfock entspannt dahin.
Unsere Etmale während des 3119-Seemeilen-Törns von Neuseeland waren eher unterdurchschnittlich für Belena, und nur zweimal erreichten wir Etmale über 200 Seemeilen.

Aber wir sind keine Racer und bevorzugen entspanntes, materialschonendes Segeln, und hatten infolgedessen auch keine Schäden am Material.
Das Hoch war uns dann tatsächlich so gnädig, dass es wartete, bis wir nach Norden abbogen, und wir an seiner Ostflanke weiterhin raumschots und dann halbwind bis kurz vor die Gambier-Inseln segelten. Am Ankerplatz war dann Nordlage mit Regen, gerade genug, um das Salz abzuwaschen, also alles wie bestellt.
Inzwischen herrscht wieder MJO (Madden-Julian-Oszillation) Aktivität in der Region westlich der Dateline mit entsprechender Konvektion, und Passagen sollte man jetzt nicht antreten.
Susanne Huber-Curphey ist übrigens die ganze Zeit, bis wir nach Norden abbogen, parallel mit uns gesegelt. Sie ist einen Tag vor uns in Neuseeland weg gesegelt, aber sie hat sich für eine Route einige Breitengrade südlicher entschieden. Meist hatte sie dort wesentlich mehr Wind, und teilweise war es sogar recht stürmisch in ihrer Gegend. Doch sie hatte auch Phasen ohne Wind, und das war auch nicht schön, weil das Boot durch den Schwell hin und her geworfen wurde. Sie macht zurzeit einen Zwischenstopp in Puerto Williams in Chile, und wir sind schon gespannt, zu erfahren, wohin sie weitersegeln wird.

Bemerkenswert war, dass wir bis auf eine Pilotwalschule in der Nähe von Neuseeland auf der ganzen Strecke keine Wale oder Delfine gesehen haben. Wir haben auf über 3000 Seemeilen nicht einen einzigen Fisch gefangen, und es haben sich auch keine Fliegenden Fische aufs Deck verirrt, wie wir das bei der Atlantiküberquerung häufig hatten. Allerdings hatten wir gelegentlich einen Squid an Deck, der aber zu klein zum Essen war. Als wir noch nicht allzu weit von Neuseeland entfernt waren, sahen wir gelegentlich Albatrosse, die elegant über uns hinwegflogen. Später, einige Tage vor der Ankunft, haben wir Feenseeschwalben gesehen, oder zumindest glauben wir, dass es diese Vögel waren. Wir haben uns darüber sehr gewundert, da wir doch noch recht weit von Land entfernt waren. Wir hatten den Eindruck, dass die Vögel sich an Deck ausruhen wollten, doch es hat sich keiner getraut.
Fünf Tage nach der Abfahrt von Neuseeland haben wir einen Tanker gesehen, und kurz vor unserer Ankunft haben wir ein Schiff gesehen, das auch nach Mangareva fuhr. Das war’s. Keine Fischerboote und keine sonstigen Boote, und Susanne war weit südlich von uns, meist zwischen 40° und 50° südlicher Breite.

Kulinarisch konnten wir uns auf dem Törn auch nicht beschweren. Wir hatten noch lange frische Lebensmittel, und sogar bei der Ankunft in Rikitea war das eine oder andere noch an Bord. Zum Glück ist es hier nicht so wie in Neuseeland, wo man bei jedem Segelboot die noch übrigen frischen Lebensmittel konfisziert. Bei der Berufsschifffahrt und bei Kreuzfahrtschiffen wird das nicht gemacht, aber Segler sind ein leichtes Ziel. Das Einklarieren hier in Gambier kann insgesamt nicht einfacher sein. Der Gendarm stempelte den Pass und sagte „Welcome“ , keine Kosten, keine „Advanced Notice of Arrival“ oder ähnlich sinnlose Formulare für all die verschiedenen Wichtigtuer-Behörden. So gefällt uns das.

Das Wetter ist schön sonnig, das Wasser warm und glasklar. Die Einheimischen sind nett, und auch von der Seglergemeinde sind wir herzlich aufgenommen worden. Den Transocean-Stützpunktleiter Fritz haben wir schon besucht und uns auch mit anderen Seglern getroffen.
Wir haben außer Rikitea bereits Taravai erkundet und auch schon am legendären Barbecue von Hervé und Valérie teilgenommen. Benno hat einem Fischer den Tiefkühlschrank repariert, und einen Tag später hat dieser einen Black Marlin von 207 kg gefangen. Wir haben jetzt einige Kilos Fisch in unserem Freezer, und um Fisch müssen wir uns jetzt keine Gedanken mehr machen. Der Fischer fährt fast täglich raus, und wir haben mittlerweile Mahimahi und Tuna im Freezer. 😁 Die Versorgungslage mit anderen Lebensmitteln ist gut, wenn auch teuer. Aber das haben wir vorher gewusst, doch es schmälert unsere Freude nicht, hier zu sein. Obst und Gemüse bekommen wir auch manchmal geschenkt.

Jetzt ist erstmal Urlaub angesagt mit Tauchen, Schnorcheln, Wandern und Treffen mit anderen Seglern. Zurzeit ankern wir vor der Insel Akamaru und neben dem Inselchen Mekiro. Wohin es danach geht, wird der Wind entscheiden.