Logbuch 2025

Update Dezember 2025 – unterwegs von Neuseeland nach Französisch-Polynesien
Der besonderen Situation geschuldet gibt es nun noch einen zweiten und letzten Bericht für den Dezember.
Wie zu erwarten, sind wir noch lange nicht am Ziel, aber ich will schon mal berichten, wie der bisherige Törnverlauf war.
Da wir am Samstag um 10 Uhr einen Termin bei den Behörden zum Ausklarieren hatten, konnten wir kurz vor zwölf Uhr den Anker lichten. Am Anfang hatten wir nicht so viel Wind wie von den Meteorolügen versprochen, und wir sind nicht ganz so flott vorangekommen, wie wir gehofft hatten. Aber um die Seebeine wachsen zu lassen, war es gerade richtig.

Auch am zweiten Tag war nicht so viel Wind, doch am dritten Tag lief es dann richtig gut. Allerdings hatten wir auch 3-4 Meter hohe Wellen und liefen nur mit Kutterfock oft an die zehn Knoten schnell. An diesem Tag haben wir frühmorgens die Datumsgrenze überquert und sind damit im Kalender vom 22.12. wieder auf den 21.12. zurückgegangen. Das bedeutet, dass wir den 4. Advent zweimal erlebt haben. Wir waren in Neuseeland während der neuseeländischen Sommerzeit und der deutschen Winterzeit genau 12 Stunden voraus. Nach der Überquerung der Datumsgrenze waren wir dann 12 Stunden zurück. Wenn wir auf den Gambier-Inseln angekommen sind, sind wir ja noch östlicher als jetzt und sind dann nur noch 10 Stunden zurück zu Deutschland.

Die letzten Tage begleitete uns ein ziemlich stationäres Hoch und bescherte uns genug Wind, dass wir gut vorankamen. Die Wellenhöhe ist stark zurückgegangen und das Segeln ist sehr angenehm. Sogenanntes Champagnersegeln. Es ist auch sonnig, was gut fürs Gemüt ist. Und ein Etmal mit 222 Seemeilen kann sich sehen lassen. In die „Roaring Forties“ mussten wir nicht ausweichen, und unser südlichster Punkt war bei 38°05′ S, 160°32′ W. Gerade segeln wir am Nordrand eines Tiefs mit achterlichem Wind aus West-Südwest.

Bisher läuft es also sehr gut, und wir hoffen, dass es so bleibt.
Silvester findet bei uns einige Stunden später als bei Euch statt, und der Sekt steht schon kalt. Feuerwerk fällt leider aus, und wir werden auch nicht unsere alte, abgelaufene Signalmunition abfeuern, wie das viele Segler an Silvester machen.
Euch allen die besten Wünsche für das Neue Jahr, und kommt gut hinein!

Ende Dezember 2025 (fast) – Auf dem Weg von Neuseeland nach Französisch-Polynesien
Nun ist die Katze aus dem Sack! Wir sind seit Samstag, dem 20. Dezember, unterwegs nach Französisch-Polynesien. Das ist nicht gerade eine Spazierfahrt, denn unser nächstes Ziel ist nicht gleich um die Ecke. Wir peilen an, die Gambier-Inseln zu erreichen, die etwa 3000 Seemeilen von Neuseeland entfernt sind. Da werden wir wohl so um die drei Wochen auf See sein. Natürlich gibt es für so einen langen Zeitraum keine zuverlässige Wettervorhersage. Das ist eher vergleichbar mit Kaffeesatzlesen oder in die Glaskugel schauen. Benno hat natürlich wochenlang vorher die Wetterlage beobachtet, und als wir losfuhren, sah die Gesamtwetterlage gut aus. Aber da sich das auf den langen Zeitraum gesehen durchaus ändern kann, haben wir uns den Jordan-Series-Drogue zugelegt und die entsprechenden Verstärkungen am Bootsrumpf angebracht. Zurzeit segeln wir noch auf dem 35. Breitengrad, aber es kann gut sein, dass wir auch in den „Roaring Forties“ segeln werden.

Susanne war übrigens sehr beruhigt, als ich ihr erzählt habe, dass wir nun auch einen JSD haben, und meinte, das sei unsere Lebensversicherung. Sie muss es ja wissen, denn sie hatte auf ihrer neunmonatigen Segeltour eineinhalbmal um die Welt diesen JSD siebenmal ausbringen müssen. Susanne ist übrigens einen Tag vor uns losgefahren, und zwar in die gleiche Richtung. Wir haben uns nochmal auf dem Wasser getroffen und gegenseitig fotografiert.
Wir hoffen natürlich, dass wir den JSD nicht brauchen, denn man bringt ihn nur bei Sturm und schwerer See aus. Also, Daumen drücken!
Bis jetzt hatten wir allerdings einen sehr schönen Segeltörn: Wind, aber nicht zu viel, warmes und vorwiegend sonniges Wetter, und so war das Leben an Bord sehr angenehm.

Die tägliche Bordroutine hat sich nun auch etabliert, und wir gehen die Wachen so, wie wir es immer machen. Nach dem gemeinsamen Frühstück geht Benno nach einer Fundrunde auf dem SSB-Radio in die Koje und ich schiebe die Vormittagswache. Ich bereite das Mittagessen zu und nach dem Essen ziehe ich mich zurück, während Benno Wache hat. Am späten Nachmittag verbringen wir Zeit zusammen, spielen manchmal eine Runde Rummikub und dann gibt es Abendessen. Danach ist Bennos Freiwache und ich halte die Stellung bis spät in die Nacht. Meistens bleibe ich bis ein Uhr wach und dann übernimmt Benno wieder die Wache bis zu den Morgenstunden. Dann gemeinsames Frühstück und die ganze Chose wiederholt sich. Wir kommen mit diesem Wachsystem gut klar und haben kein Problem, so wochenlang auf See zu sein.

Aber wie waren die Wochen vor unserer Abfahrt? Anfang Dezember sind wir von unserem Ausflug mit dem Zug nach Wellington zurückgekommen. Weil Benno schnell wieder an die Arbeit wollte, sind wir von Wellington mit dem Flieger zurück nach Whangarei geflogen. Das Wetter war toll, wir hatten unterwegs schöne Ausblicke und der Flug hat uns gut gefallen.

Anfang Dezember war wie jedes Jahr eine Veranstaltung für die Segler in der Region. Meet & Greet nennt sich das, und es gibt immer ein kulturelles Programm. Diesmal trat wieder eine Tanzgruppe auf, die den Haka und anderes vorgeführt hat. Es fand dieses Jahr im Acropolis Restaurant bei der Port Nikau Marina statt und für das leibliche Wohl war auch gesorgt. Wir haben einige Bekannte getroffen und hatten einen schönen Abend.
Eine neue Bekanntschaft ist Steve Gurney, der mit seinem Boot neben Belena stand. Freunde haben uns erzählt, dass er in Neuseeland eine Legende ist. Er ist Multisportler und Triathlet, hat das Coast-to-Coast-Rennen in Neuseeland neunmal gewonnen und hält damit bis jetzt einen Rekord. Leute, die sich für Katamarane interessieren, haben sicher schon mal von Chris White gehört. Er ist mit seinem Katamaran Javelin auch auf Norsand, und wir haben uns mit ihm unterhalten. Benno hat in den neunziger Jahren ein Buch von ihm gekauft, und seitdem war klar, dass wir einen Katamaran haben wollten. Benno wollte damals einen Chris-White-Katamaran, doch da musste ich ein Veto einlegen, denn da sind die Küchen immer im Rumpf. Ich ziehe es vor, aus dem Salonfenster nach hinten aufs blaue Meer zu schauen. Und wenn wir Gäste haben, bin ich nicht der Sklave in der Küche, sondern mittendrin.

Wie zu erwarten, waren wir ansonsten sehr beschäftigt. Benno hatte die meiste Arbeit, und ihm fällt immer wieder was ein, was noch zu tun ist. Das Wetter war teilweise so gut, dass er sogar einiges am Boot neu lackieren konnte. Ich hatte einige Näharbeiten zu erledigen, habe das Schiff ein bisschen aufgeräumt und war mehrmals die Woche mit dem Fahrrad in der Stadt. Das Wetter war meistens schön, aber gelegentlich gab es auch Regen. So nach und nach habe ich alles Mögliche an Proviant eingekauft, und bei der Abfahrt waren die Tiefkühltruhe und der Kühlschrank proppenvoll. Von den anderen Staufächern rede ich erst gar nicht. Kulinarische Genüsse sind in diesem Monat grüner Spargel und Erdbeeren. Weißen Spargel gibt es hier so gut wie nicht. Ich habe ihn jedenfalls noch nirgends gesehen.
Auch wenn wir Weihnachten und Silvester auf See sind, lassen wir es uns essensmäßig gut gehen. An Weihnachten wird es Lamm mit Rotweinbohnen und Kartoffeln geben und an Silvester wahrscheinlich irgendetwas mit Jakobsmuscheln und Seafood.
Bei euch gibt es sicher auch etwas Leckeres zu essen, und wir wünschen Euch Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Ende November 2025 Whangarei bei Norsand an Land
Der größte Teil dieses Monats war von Arbeit geprägt. Eigentlich hatten wir gedacht, dass nicht mehr soo viel zu tun ist, nachdem wir Anfang des Jahres bereits einige Wochen hier bei Norsand verbracht hatten. Aber dem war leider nicht so. Natürlich kommen immer ein paar mehr Sachen auf die To-do-Liste, die man glaubt, auch noch schnell erledigen zu können. Allerdings ist das mit dem schnellen Erledigen auf einem Boot niemals der Fall. Ein sogenannter Fünf-Minuten-Job dauert oft einen ganzen Tag oder noch länger.
Wir haben uns diesen Monat einen Jordan-Series-Drogue gekauft. Das ist ein Seeanker, den man bei schwerer See braucht. Wir hatten uns über dieses Thema mit Susanne Huber-Curphey lange unterhalten. Wir haben sie kürzlich wieder getroffen und sie hat wiederholt betont, dass sie ohne dieses Teil nicht mit dem Boot unterwegs ist. Mit dem Kauf dieses JSD ist es allerdings nicht getan. Man bringt dieses Teil nach hinten aus, und so wird das Boot bei viel Wind und Wellen gebremst. Das ist insbesondere für uns wichtig, denn Belena beschleunigt bei solchen Bedingungen sehr stark. Bei ungünstigen Bedingungen kann das dazu führen, dass sich das Boot überschlägt. Und sowas gilt es unbedingt zu vermeiden.

Wenn dieser JSD dann ausgebracht wird, reicht es nicht aus, dass man ihn einfach an die Klampen hängt. Die würden wahrscheinlich ausreißen, weil sie nicht für solche Belastungen konstruiert sind. Also hat Benno Verstärkungen angefertigt und angebracht.
Was jetzt in wenigen Worten gesagt ist, war sehr viel Arbeit. Ich will jetzt nicht alle notwendigen Schritte hier auflisten, aber es hat viel Zeit in Anspruch genommen.
Dazu kommen noch die gefühlten tausend anderen Dinge, die zu erledigen sind. Aber das kennt ja jeder Bootsbesitzer und auch jeder Hausbesitzer. Denn da ist ja auch immer etwas zu tun. Entweder ist etwas kaputt, oder man möchte etwas verschönern, oder es sind Arbeiten, die der Erhaltung dienen und verhindern sollen, dass etwas kaputtgeht.

Ich möchte jetzt lieber das Thema wechseln und zu schöneren Dingen des Lebens kommen. Es ist mir tatsächlich gelungen, Benno zu überreden, auch einmal eine Pause von der Arbeit zu machen. Wir haben einen Kurzurlaub gemacht, und auch wenn das kein Reiseerlebnis wie mit Belena war, möchte ich darüber berichten.
Es gibt in Neuseeland landschaftlich sehr schöne Zugstrecken. Eine davon, die mit dem TranzAlpine auf der Südinsel, die von Christchurch nach Greymouth führt, haben wir 2020 bereits gemacht. Nun wollen wir mit dem Northern Explorer von Auckland nach Wellington fahren. Ich habe schon seit längerer Zeit den Plan, einmal mit diesem Zug zu fahren, aber bisher hatte sich dazu keine Gelegenheit ergeben.

Da der Zug morgens früh in Auckland abfährt, fahren wir einen Tag vorher schon in die große Stadt. Wir haben ein schönes Hotel im Stadtteil Parnell gebucht, und von dort ist der Bahnhof in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Morgens im Berufsverkehr durch Auckland zu fahren, ist nämlich nicht besonders toll, und dazu haben wir keine Lust. Die vielen Restaurants in Parnell können wir auch abends bequem zu Fuß erreichen. Abgesehen davon ist Parnell ein schöner Stadtteil von Auckland. Parnell wird oft als ältester Teil von Auckland bezeichnet, und es finden sich hier noch viele alte, restaurierte Holzhäuser. Etwas höher gelegen, sieht man gut auf den Skytower, das Meer und den Hafen.
Die Zugfahrt von Auckland nach Wellington dauert fast 12 Stunden, aber wir haben einen bequemen Sitzplatz mit Tisch. Der Zug ist nicht voll besetzt, sodass uns niemand gegenüber sitzt. Die Sicht aus dem Zug ist gut, da die Fenster sehr groß sind, aber es gibt auch noch einen offenen Aussichtswagen. Hunger und Durst müssen wir auch nicht leiden, denn es gibt einen Speisewagen.

Nachdem der Zug Auckland verlassen hat, fährt er durch die dünn besiedelte Waikato-Region. Dann geht es bergauf zum Tongariro-Nationalpark, wobei der Zug eine Höhendifferenz von 132 Metern überwindet. Dies ist durch die berühmte Raurimu-Spirale und zwei Tunnel möglich. Nach Palmerston North geht es entlang der Küste zur Hauptstadt. Heutzutage hat man eine App, mit der man zusätzliche Infos zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten erhält.
Wir bleiben noch einen weiteren Tag in Wellington, wo wir aber nicht alle Sehenswürdigkeiten abklappern, da wir das ja schon vor fünf Jahren gemacht haben. Wir schlendern entlang der Waterfront und kommen gerade rechtzeitig, bevor ein Segelkatamaran zu einer Hafenrundfahrt ablegt. Manchmal hat man Glück, und wir können noch mitfahren und freuen uns, wieder auf dem Wasser zu sein.
Der letzte Tag im November war schon der 1. Advent. Deshalb wünschen wir euch allen eine besinnliche Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest.

Ende Oktober 2025 Belena und Crew wieder vereint bei Norsand/Whangarei
Wir sind wieder in Neuseeland. Am Donnerstag, dem 30. Oktober ist der Flieger am Vormittag in Auckland gelandet und wir haben am gleichen Tag noch einen Bus nach Whangarei bekommen. Wir waren also am späten Nachmittag am Boot und Benno war erstmal schwer beschäftigt. Strom anschließen, dafür sorgen, dass wieder Wasser aus dem Wasserhahn kommt, Kühlschrank und Tiefkühltruhe einschalten und, und, und. Dann gab es noch Abendbrot und sehr lange waren wir danach nicht mehr wach, sondern sind früh in die Koje.

Und wie ist es uns in den letzten Monaten ergangen? Die Zeit in Indonesien verlief so, wie wir es geplant hatten. Nach der Ankunft auf Bali, sind wir auf die Insel Flores geflogen, wo wir nach ein paar Tagen Hotelaufenthalt auf eine Pininsi, ein traditionelles Boot gewechselt sind. Wir hatten eine viertägige Tour gebucht, mit dem Ziel Lombok. Nach einigen Schnorchel Stopps sind wir auf Komodo angelandet. Das Highlight dort sind die Komodo-Drachen, von denen wir einige beeindruckende Exemplare gesehen haben. Auch die Wärter hatten vor den Biestern gehörigen Respekt und jeder war mit einem Stock bewaffnet, um im Falle eines Angriffs der Tiere reagieren zu können.
Danach ging es weiter nach Sumbawa, dem für mich wichtigsten Ziel. Denn dort kann man mit Walhaien schnorcheln, was schon lange auf meiner Bucket-List stand. Nach der Bootstour haben wir noch ein paar Tage auf Lombok und dann auf Bali verbracht, ehe wir dann über Vietnam nach Deutschland geflogen sind.
Dort ging es gleich ins nächste Urlaubsparadies, nämlich den Schwarzwald, wo eine von Bennos Schwestern wohnt. Nach einem schönen Aufenthalt dort sind wir weiter um weitere Verwandtschaft und auch Freunde zu besuchen. Quasi von einem Urlaubsparadies ins nächste, wie Benno meinte und das Wetter hat auch mitgespielt. Wir hatten meistens schönes Wetter und hatten eine gute Zeit. Wir waren im Westerwald, wo der größte Teil von Bennos Verwandtschaft wohnt und an der Mosel, wo ich noch Verwandtschaft habe. Natürlich waren wir auch im Rhein-Main-Gebiet, wo wir bei lieben Freunden gewohnt haben und auch noch viele andere Freunde getroffen haben. Auch in Norddeutschland haben wir Freunde getroffen, und haben noch die Insel Amrum besucht, wo wir schon mal in der Nähe waren.

Ein weiteres touristisches Highlight war der „Rhein in Flammen“. Obwohl ich von der Mosel komme, hatte ich es noch nie geschafft, mir dieses Event anzuschauen. Wir haben in Koblenz noch meinen Cousin und seine Frau getroffen und haben eine Fahrt auf einem Moseldampfer gebucht. Wir haben eine Tour tagsüber bis Boppard gemacht und haben die vielen Schlösser und Burgen entlang des Rheinufers bestaunt, und abends haben wir die gleiche Tour nochmal gemacht. Nach dem Abendessen war es dann endlich dunkel genug und viele Moselschiffe hatten sich versammelt und sind gemeinsam ab Boppard den Rhein wieder runtergefahren. Viele Gemeinden haben nacheinander ein Feuerwerk gezündet, angefangen bei Spay bis hin zu Koblenz, wo das Feuerwerk über der Festung Ehrenbreitstein den Höhepunkt bildete.

Benno hatte die ganze Zeit Heimweh nach Belena und auf der Mosel waren wir wenigstens mal wieder auf dem Wasser. So kam die Idee, dass wir eine Flusskreuzfahrt machen wollen. Aber nicht auf einem der bis zu 110 m langen Hotelschiffe, sondern auf MV Vlinder, einem 100 Jahre alten ehemaligen Fluss-Frachter, der zu einem gemütlichen Hausboot umgebaut wurde. Wir hatten mit dem Skipper Martin das erste Mal Kontakt, als wir beide im Minerva Reef geankert haben. Wir haben uns 2023 nochmal auf Christmas Island und Cocos Keeling getroffen. Martin hatte damals noch ein Segelboot, die Vava-u, die er mittlerweile verkauft hat und sich dieses Hausboot zugelegt hat. Und wir waren damals gerade auf Landurlaub und waren mit dem Flieger auf Christmas Island geflogen und anschließend nach Cocos Keeling. So gab es massenhaft Gesprächsstoff und wir haben eine schöne Zeit mit Martin und Sylvia auf dem Boot verbracht.
Wir können die Tour auf der Vlinder sehr empfehlen und wer auch sowas machen möchte, kann sich Details unter martin-hausboot.de anschauen.

Leider, leider konnten wir nicht alle Freunde besuchen, aber irgendwie ist uns die Zeit doch davon gelaufen. Nun sind wir also wieder glücklich auf unserem eigenen Schiffchen und es sind mal wieder ein paar Arbeiten fällig. Belena wird sicher noch bis in den Dezember hinein an Land stehen und wie es uns im November ergeht, werden wir im nächsten Bericht schreiben.

Ende Juni 2025 Belena in Whangarei bei Norsand an Land/die Crew in Indonesien
Ja, wir sind aus Neuseeland weg. Aber nicht so, wie geplant, sondern mit dem Flieger. Wie kam das?
Wir hatten noch eine gute Zeit mit Freunden in der Bay of Islands. Der Yachtclub in Russell hat einen neuen Koch oder eine neue Köchin und wir waren einige Male dort essen und haben schöne Abende mit Freunden dort verbracht. Russell hat ja einiges an guten Lokalen zu bieten, aber das beste Restaurant ist unserer Meinung nach das Sage. Wir waren noch ein zweites Mal dort, diesmal mit Christian und seiner Tochter, und Susanne war auch mit von der Partie. Das war zwar schon kurz bevor wir wieder nach Whangarei gesegelt sind, und es war ein schöner Abschluss für unsere Zeit in der Bay of Islands.
Wir haben natürlich ständig das Wetter beobachtet und am 7. Juni haben wir eine Möglichkeit gesehen, das Land mit dem Boot zu verlassen. Wir haben uns wie von den Behörden gewünscht ein paar Tage vorher bei Customs angemeldet und auch die nötigen Papiere geschickt (das wird übrigens immer mehr Papierkram) und bekommen dann gesagt, dass an diesem Tag kein Termin mehr frei ist! Man bietet uns Freitagnachmittag zum Ausklarieren an, doch dann ist das Wetter noch nicht passend, und ausklarieren und am Anker auf den nächsten Tag warten ist in Neuseeland nicht erlaubt. Eine weitere Alternative wäre der Sonntagmorgen gewesen, doch dann würde uns ein Tag fehlen um vor unangenehmem Wetter im Minerva Riff, unserem vorläufigen Ziel, anzukommen. Also lassen wir den Termin sausen und hoffen auf das nächste Wetterfenster. Im Nachhinein gesehen war das Wetterfenster doch nicht so gut, wie wir geglaubt haben. Es sind zwar einige Boote los, doch viele haben von unterwegs berichtet, dass sie Seegangs Verhältnisse wie in einer Waschmaschine angetroffen haben. Nein, sowas wollen wir nicht.

Nach diesem Wochenende haben wir dann beschlossen, dass wir beide nach Deutschland fliegen. Ich hatte sowieso vor im September nach Deutschland zu fliegen und Benno hat sich entschieden, dass er jetzt mitkommen will. Er war seit 2018 nicht mehr in Deutschland.
Aber nochmal zurück zum Wetter. Auch während unseres Aufenthaltes in Neuseeland beeinflusst das Wetter unsere Törn Planung. Es gibt hier jetzt Winterstürme und während dieser Zeit suchen wir uns immer einen geschützten Ankerplatz. Aber wir ankern auch viel in der Nähe des Yachtclub vor Russell oder vor Okiato, wo wir Christian besuchen und auch schon mal nach Opua fahren. Der dortige Yachtclub bietet sich auch als Treffpunkt mit anderen Seglern an und wir verbringen dort schöne Stunden.

Wenn wir Wasser machen müssen, segeln wir zu den Inseln. Roberton Island ist ein Platz, wo wir gerne sind, aber auch Motorua Island oder Urupukapuka Island. Und nicht zu vergessen unser Lieblingsplatz in der Okahu Passage.
Aber nachdem wir uns von allen Freunden in der Bay of Islands verabschiedet haben, segeln wir am 13. Juni in einem Rutsch von Urupukapuka bis in die Urquharts Bay. Dort bleiben wir, bis es Zeit wird wieder Richtung Whangarei zu segeln. Nachdem wir uns entschieden hatten, gemeinsam nach Deutschland zu fliegen, haben wir problemlos einen Termin fürs Auswassern von Norsand bekommen. Kein Wunder, denn die meisten Boote sind schon auf den tropischen Inseln oder warten auf den Absprung.

Am 19. Juni ist es soweit, Belena wird wieder an Land gestellt. Am 23. Juni ist der letzte Tag, wo wir uns noch legal in Neuseeland aufhalten dürfen und an diesem Tag haben wir einen Flug nach Bali gebucht. Wir wollen ein paar Wochen einen Zwischenstopp in Indonesien machen, ehe wir nach Deutschland weiter fliegen. Am 22. Juni fahren wir bereits nach Auckland und in diesen wenigen Tagen muss Belena für eine lange Standzeit an Land fit gemacht werden. Das Großsegel wird zusätzlich verzurrt und die Genua packen wir komplett weg. Der Wassermacher muss konserviert werden, das Boot innen mit Essig geputzt werden, Eimer mit Salz werden überall im Boot verteilt, um Kondenswasser aufzufangen, und, und und. Der Tiefkühler und der Kühlschrank müssen leergefuttert werden, obwohl das diesmal eine besondere Herausforderung ist. Ich hatte ja schon ordentlich eingekauft, weil wir ja die Passage in die Tropen geplant hatten. Aber zum Glück gibt es bei Norsand einen Tiefkühler, den wir nutzen können, denn bei uns an Bord sind sämtliche Stromverbraucher ausgeschaltet.
Am 22. Juni holt uns eine liebe Freundin mit dem Auto ab und fährt uns in die Stadt. Hier gehen wir nochmal im Hundertwasserhaus essen, ehe wir am Nachmittag den Bus nach Auckland nehmen. Dort haben wir uns im The Grand by SkyCity eingenistet, was nur ein paar Gehminuten vom Busbahnhof entfernt ist.
Die letzten Tage vor unserer Abreise waren jedoch noch spannend. Ein paar Tage vor unserem Abflug lesen wir, dass auf Flores, einer der Sunda-Inseln in Indonesien, ein Vulkan ausgebrochen ist. Die Flüge von und nach Bali wurden wegen der Aschenwolke gestrichen. Oje, dieser Vulkan ist Ende letzten Jahres schon mal ausgebrochen und der Flugverkehr war elf Tage lang gesperrt. Aber wir hatten Glück und diesmal wurde der Flugverkehr relativ schnell wieder aufgenommen und unserem Flug nach Denpasar stand nichts mehr im Weg.

Wir waren dann ein paar Tage auf Bali und sind dann nach Labuan Bajo geflogen, was im Westen von Flores liegt. Zurzeit sind wir in einem schönen Resort und morgen geht es auf eine Pininsi. Das ist ein traditionelles indonesisches Schiff, mit dem wir ein paar Tage unterwegs sein werden. Über Komodo und Sumbawa geht es bis Lombok, wo wir aussteigen werden. Wir werden dann im Juli nach Deutschland fliegen und dieser Bericht wird erst weitergeführt werden, wenn wir wieder auf Belena sind. Wann das sein wird, haben wir noch nicht geplant. Aber für uns gilt der alte Seglerspruch: Plans are written in the sand at low tide.

Ende Mai 2025 Bay of Islands
Endlich schwimmt Belena wieder, und als Erstes sind wir vor Limestone Island gefahren. Das ist raus aus dem Industriegebiet, aber noch nahe genug an Whangarei, um mit dem Dinghi noch ein paar Besorgungen zu machen. Wobei wir nix Großes mehr zu besorgen hatten, nur ein Paket hat noch bei Norsand auf uns gewartet, was beim Einwassern noch nicht da war. Wir haben neue Membranen für unseren Wassermacher bestellt, aber die werden vorerst noch nicht eingebaut, weil die alten noch ihren Job machen. Aber es ist immer gut, so wichtige Teile als Ersatz dabei zu haben, denn die alten Membranen sind schon ein paar Jahre alt und könnten bald nicht mehr so gut funktionieren.
Was die Wartungsarbeiten auf Belena betrifft, sind wir auch zu einem Abschluss gekommen, obwohl die To-do-Liste ja niemals abgearbeitet ist und immer irgendwas zu tun ist.

Wir hatten noch ein aufregendes Erlebnis bei Norsand, denn unser Nachbarboot hat plötzlich angefangen zu qualmen, und schon stand die Feuerwehr vor der Tür. Sie sind mit drei großen Feuerwehrautos angerückt und jeder Menge Feuerwehrleuten. Was ist passiert? Beim Nachbarboot gingen plötzlich die Motoren an. Dazu muss man wissen, dass die meisten Motoren von Segelbooten wassergekühlt sind. Und wenn der Motor ohne Kühlung läuft, dann überhitzt das Auspuffsystem. Als Folge davon kann es passieren, dass etwas in der Nähe des Auspuffs in Brand gerät. Wir wissen nicht genau, was da passiert ist, aber von einigen Mitarbeitern der Boatyard haben wir erfahren, dass wohl die Elektronik in dem Boot gesponnen hat. Das Problem ist bei diesem Boot wohl schon mal vorgekommen, weil das Starten des Motors offensichtlich elektronisch geregelt ist. Nicht gut. Aber die Feuerwehrleute hatten zum Glück das Problem schnell im Griff. Gut, dass wir strommäßig alles, aber auch komplett alles ausschalten, wo Strom durchfließen könnte, wenn wir das Boot für lange Zeit alleine lassen.

Fast hätte sich unser Termin fürs Einwassern von Belena verschoben, denn wir hatten beide eine fiese Erkältung. Aber Benno hat alles dran gesetzt, dass es doch noch mit dem ursprünglich vereinbarten Termin geklappt hat, und wir waren bald auch wieder gesund. Schließlich ist es auch viel angenehmer, an Bord zu leben, wenn das Boot im Wasser ist. Da wir ja nun Herbst haben, ist es teilweise nachts recht frisch. Wir hatten bei Norsand Strom ohne Ende und wir haben auch mehrere Ölradiatoren, die immer schön warm gemacht haben. Jetzt, da wir auf den Strom angewiesen sind, den wir selbst produzieren können, sieht das etwas anders aus. Die Sonnenstunden sind hier in dieser Jahreszeit nicht üppig gesät und wir kochen jetzt auch wieder mit Gas. Zum Glück haben wir ja unsere mobile Dieselheizung und können das Boot trotzdem gemütlich warmhalten. Da das Wasser eine höhere Temperatur als die Luft hat, hält sich das Problem mit dem Kondenswasser auch im Rahmen. Tagsüber ist es oft über 20 Grad und herrlich sonnig und es lässt sich schon auch um diese Jahreszeit hier gut aushalten. Das Wetter war am Samstag vor unserem Einwassern schön und ich konnte noch auf den Farmersmarkt mit dem Fahrrad fahren. Jetzt gibt es Khakis und Feijoas und ich habe da ordentlich zugeschlagen. Der Vorteil ist: Wenn man spät auf dem Markt erscheint, packen schon viele Farmer ein, und dann wird vieles viel preiswerter abgegeben. So kam ich zu einem kleinen Berg von Feijoas für wenig Geld, die wir natürlich als frisches Obst nicht konsumieren können, ehe sie schlecht werden. Also habe ich Marmelade gekocht. Auch mal wieder lecker. Zuletzt hatte ich Bananenmarmelade gekocht, weil wir auf den Inseln immer ganze Bananenstauden geschenkt bekommen, und da schafft man es ja auch nicht, alles aufzuessen, bevor es verdirbt, und da ist Marmeladekochen eine super Alternative.

Wir sind ziemlich bald in die Bay of Islands gesegelt und als Erstes fiel der Anker bei unserem Lieblingsplatz in der Okahu Passage. Aber wir wollten noch Freunde treffen und haben uns in die Matauwhi Bay vor Russell gelegt. Hier haben wir die Gelegenheit genutzt und waren endlich mal im Restaurant Sage in der Paroa Bay essen. Ein sehr gutes Restaurant, und zum Glück bieten sie einen Abholservice an, denn ohne Auto ist es schwierig, dorthin zu kommen. Es gibt einige gute Restaurants in Russell und wir gehen öfter mal in den Ort zum Essen. So verbringen wir die Zeit, bis wir wieder zu den tropischen Inseln segeln können.

Aber noch sind wir nicht auf den Inseln und es ist im Moment auch nicht abzusehen, wann wir hier wegkommen. Ja, seit Ende April sind schon viele Segler zu den Inseln aufgebrochen, aber die hatten bisher keine guten Bedingungen. Wir wollen das nicht. Wir möchten lieber auf ein gutes Wetterfenster warten. Es gibt einen Spruch, der meint, dass geduldige Segler immer guten Wind haben. Darauf vertrauen wir, denn bisher hat das meistens geklappt.
Apropos Wetter. Ab 1. Juni fängt hier nicht nur der meteorologische Winter an, sondern es sind für die erste Juniwoche auch niedrige Temperaturen angesagt. Auf der Südinsel und auch im südlichen Teil der Nordinsel soll es schneien. Nun, davon werden wir hier im hohen Norden wohl verschont. Aber es wird trotzdem Zeit, dass wir hier wegkommen. Drückt uns die Daumen, dass es bald klappt.

Ende April 2025 Whangarei/bei Boatyard Norsand an Land
Wir hoffen, Ihr hattet ein schönes Osterfest und wart erfolgreich beim Eiersuchen. Wir waren am Ostersonntag bei Freunden eingeladen und es gab leckeren Kuchen und selbst gemachten Eierlikör. Wir waren eine nette Truppe und haben uns gut unterhalten. Es gab außerdem einen besonderen Gast, und zwar Susanne Huber-Curphey. Sie ist vor ein paar Tagen in Opua angekommen, nachdem sie in 270 Tagen eineinhalbmal nonstop um die Welt gesegelt ist. So wie vor Jahrzehnten Bernard Moitessier, der darüber später ein Buch geschrieben hat: Der verschenkte Sieg. Bernard Moitessier ist eine Seglerlegende und Segelinteressierten sagt der Name sicher etwas. Die anderen müssen eben bei Wikipedia nachsehen, denn über ihn zu schreiben würde diesen Rahmen sprengen.

Über Susanne findet man auch vieles im Internet, unter anderem ist sie die erste deutsche Nonstop-Weltumseglerin. Eine beeindruckende Frau, sehr sympathisch, und wir haben uns sehr gut mit ihr unterhalten.
Auch über sie gibt es jede Menge Informationen im Internet, hier ein kürzlich erschienener Artikel in Trans-Ocean: https://www.trans-ocean.org/Bericht-lesen/ArticleId/6976/Susanne-Huber-Curphey-Sturmerprobt-1-5-mal-nonstop-um-die-Welt
Kurz vor ihrer Ankunft in Neuseeland musste sie noch einen heftigen Sturm abwettern. Zyklon Tam hat Neuseeland besucht und hat für hohe Wellen und viel Wind gesorgt. Es wurden an Mess-Bojen Wellenhöhen von 15 m gemessen. Beeindruckend.

Wir haben jetzt Herbst hier. Die Uhr ist von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt worden und das Wetter ist auch nicht mehr so schön. Ja, es gibt noch schöne Tage, aber leider regnete es im April recht viel. Zum Glück sind unsere Außenarbeiten ziemlich abgeschlossen und Benno kann auch bei Regen unterm Boot arbeiten. Katamarane haben also auch diesbezüglich ihre Vorteile ;-))
Eine sehr aufwendige Arbeit war der Einbau unserer neuen Luke im Eingangsbereich. Wer jetzt denkt, das ist an einem Tag erledigt, weit gefehlt! Ich will jetzt nicht ins Detail gehen, aber es hat wesentlich länger gedauert.

Dann hat Benno unseren Gas-Backofen ausgebaut, da ich ihn seit Jahren nicht mehr benutzt habe. Wir haben so viel Energie, dass ich schon seit fast 10 Jahren einen kleinen elektrischen Backofen betreibe. Nicht so ein Riesending, aber groß genug für unsere Zwecke. Der alte Backofen wiegt übrigens 22 Kilo und Benno freut sich immer, wenn das Schiff leichter wird. Nun habe ich neuen, zusätzlichen Stauraum :-))
Ansonsten gibt es immer mal Treffen mit Freunden und Bekannten und gelegentlich fahren wir in die Stadt, einschließlich Restaurantbesuch.
Ein Highlight diesen Monat war die Hochzeit von neuseeländischen Freunden. Die Zeremonie fand ganz relaxt auf ihrer Farm statt. Die beiden waren in T-Shirts und Shorts gekleidet, mit Flipflops an den Füßen. Farmlike eben. Es gab leckeres Essen, auch Fleisch von Tieren eigener Zucht, und wir haben uns auch gut unterhalten.

Da die Mission Church bei den beiden um die Ecke ist, haben wir uns diesen historischen Grund noch mal angesehen. Es gibt neben der Kirche auch das Mission House, das das zweitälteste erhaltene Haus in Neuseeland ist. Wir haben dort eine sehr informative Führung erhalten und einiges erfahren, was wir bis dahin nicht wussten.
Nach der Hochzeit sind wir eine sehr idyllische Straße, die SH 15, über Kaikohe und Maungatapere zurück nach Whangarei gefahren. Das Wetter war zwar durchwachsen, doch das hat der Schönheit dieser Strecke keinen Abbruch getan.
Nun sind es noch knapp drei Wochen, bis Belena wieder ins Wasser kommt, und wenn der nächste Bericht erscheint, schwimmt Belena hoffentlich wieder in ihrem Element.

Ende März 2025 Whangarei/bei Boatyard Norsand an Land
An der Überschrift ist zu erkennen, dass Belena immer noch bei Norsand an Land steht. Das wird sich im kommenden Monat auch nicht ändern, aber wir sind mittlerweile zurück aus unserem Urlaub. Als Ziel hatten wir diesmal Tasmanien gewählt und wir hatten dort eine wunderschöne Zeit.
Ich werde irgendwann mal einen ausführlichen Bericht darüber schreiben und dann auf unserer Homepage unter Landurlaube veröffentlichen. Aber bis es so weit ist, gibt es hier schon mal einen kurzen Abriss.
Ursprünglich wollten wir ja im Februar nach Tasmanien reisen, aber im Nachhinein war es gut, dass wir erst im März dort waren. Denn von Dezember bis Februar ist auch in Tasmanien „silly season“. Das heißt, es ist voll und teuer und teilweise sind Touren etc. ausgebucht und Unterkünfte schwer zu bekommen, wenn man kurzfristig bucht. Wir haben uns ja sehr kurzfristig entschieden, nach Tasmanien zu reisen. Und bevor wir Belena alleine lassen, muss das Boot darauf vorbereitet werden. Unter anderem ist es für uns zur Regel geworden, dass wir aus Sicherheitsgründen sämtliche Stromverbraucher ausschalten. Das heißt natürlich, dass wir den Kühlschrank und den Tiefkühler leerfuttern mussten. Im Aufenthaltsraum von Norsand Boatyard gibt es zwar auch Kühlschrank und Tiefkühler, die wir Segler benutzen dürfen, aber die sind oft ziemlich voll. Unsere Geräte sind meistens auch gut gefüllt, also habe ich mir einen Plan gemacht, wie wir möglichst viel vor der Abreise verbrauchen.

Wir hatten einen Direktflug von Auckland nach Hobart und haben ein paar Tage dort verbracht, um die Sehenswürdigkeiten dort und in der näheren Umgebung zu erkunden. Highlight war eine Bootstour, die bei Port Arthur gestartet ist. Anschließend sind wir nach Norden gefahren, mit Stopp bei Launceston und dann weiter an die Nordwestküste nach Stanley. Von dort nach Strahan an der Südwestküste, wo wir eine Bootstour in den Gordon River gemacht haben, und dann sind wir in einer Tagestour an die Ostküste gefahren. Abschließend wieder nach Hobart, wo wir noch kurz vorm Abflug den berühmten Salamanca Market besucht haben. Den Rückflug wollten wir über Sydney machen, wo wir wie vor fast 30 Jahren in den Rocks übernachtet haben. Von nostalgischen Gefühlen geleitet, haben wir uns in Sydney das ein oder andere angesehen, bevor wir dann von dort nach Auckland geflogen sind.
Ehe wir zurück zu Belena sind, haben wir noch liebe Freunde besucht, die wir vor Jahren beim Segeln getroffen haben und die mittlerweile in Auckland wohnen.
Zurück an Bord hat sich Benno gleich in die Arbeit gestürzt. Obwohl es schon Ende März war, hatten wir noch sommerliches Wetter. Das Wetter war dieses Jahr sowieso der Hammer. Alle Leute in Neuseeland, die wir kennen, haben uns erzählt, dass sie einen so tollen Sommer schon lange nicht mehr hatten. Wir hatten auch in Tasmanien sehr schönes Wetter, was außergewöhnlich war, denn normalerweise zieht dort jede Woche ein Tief drüber, was Regen und viel Wind mit sich bringt.

Benno konnte also die Ausbesserungen vornehmen, die am Unterwasserschiff zu machen waren, und damit ist ihm ein großer Stein vom Herzen gefallen. Denn das Wetter hätte so schlecht sein können, wie es 2023 war, und dann wären diese Arbeiten nicht mehr in dieser Saison durchzuführen gewesen. Aber die To-do-Liste ist noch lang und es kommt immer noch der ein oder andere Posten dazu. Aber wir gehen es gelassen an. An einigen Tagen wird wenig gearbeitet und wir treffen uns auch schon mal mit Freunden und Bekannten. Gelegentlich fahren wir auch gemeinsam in die Stadt und kehren dann in ein Restaurant ein. Also alles entspannt.

Hier bei Norsand Boatyard ist es zurzeit sehr schwierig, Termine fürs sogenannte Launching zu bekommen. Sie sind hier voll beschäftigt und Termine sind auf Wochen ausgebucht. Wir haben jetzt mal auf gut Glück und optimistisch einen Termin fürs Wiedereinwassern für den 19. Mai vereinbart. Wird schon klappen. Aber bis dahin vergehen ja noch ein paar Wochen. Also bis denne.

Ende Februar 2025 Whangarei/bei Boatyard Norsand an Land
Wie schon angedeutet, sieht unser Cruiserleben diesen Monat sehr viel anders aus. Statt schön auf dem Meer zu dümpeln, steht Belena jetzt, wie schon so oft, in Whangarei bei Norsand an Land. Um der Frage, wieso denn schon wieder, gleich vorwegzukommen, muss man bedenken, dass Belena nun schon 20 Jahre alt ist. Ein Boot braucht halt mit steigendem Alter mehr Pflege, das ist bei Menschen und Häusern ja ähnlich, oder? Einiges kann man erledigen, wenn das Boot im Wasser ist, aber einiges ist wesentlich einfacher zu realisieren, wenn das Boot an Land steht. Und es ist für ein Boot nicht schlecht, wenn die Rümpfe mal austrocknen. Wir nutzen auch gerne die Zeit, wenn Belena an Land steht, um mal wieder Landurlaub zu machen. Wohin es diesmal geht, wird im nächsten Bericht verraten.
Aber am Anfang hatten wir noch eine schöne Zeit in der Urquharts Bay und vor Limestone Island, ehe Belena am 5. Februar an Land gestellt wurde. Wie immer wurde das mit dem Norsand Team professionell über die Bühne gebracht. Wir bekommen wieder einen Platz, wo wir vom Cockpit auf den Hatea River gucken können, und haben so kurze Momente eines Urlaubsfeelings. Na ja, jedenfalls bilden wir uns das so ein.

Wir treffen auch wieder das ein oder andere bekannte Gesicht und bekommen von der Norsand Leitung wieder ein warmes Welcome.
Der Hauptgrund, weshalb wir Belena wieder an Land gestellt haben, sind die Demontage und die Neumontage der Rollreff-Genua-Anlage. Aber auch am Unterwasserschiff sind ein paar Ausbesserungen vorzunehmen. Die Motoren tun ja seit 20 Jahren brav ihren Dienst, und nun steht eine grundlegende Revision der Wärmetauscher an. Dabei ist es günstiger, wenn das Boot an Land steht. Es sind auch noch viele andere Arbeiten zu erledigen, die ich jetzt nicht alle aufzählen will.
Ein besonderes Ereignis war, dass wir zu Christians 93. Geburtstag eingeladen waren. Er hat in der Omata Estate gefeiert und es war ein tolles Fest. Christian ist übrigens dabei, bei seinem Segelboot den Motor auszutauschen. Unglaublich, was dieser Mann noch für eine Energie hat, und wir wünschen ihm noch viele Jahre, die er auf seinem Segelboot genießen kann.
Bei Norsand gibt es außer den Booten, die immer nur für eine mehr oder weniger kurze Zeit an Land stehen, einige, die schon seit Jahrzehnten dort dauerhaft liegen und auch bewohnt sind. Leider hat es da einige Veränderungen gegeben, denn unser Nachbar vom letzten Mal musste aus gesundheitlichen Gründen in ein Pflegeheim und von einem anderen Boot ist der Mann leider gestorben und seine Frau lebt jetzt auch im Pflegeheim. Ich glaube, die beiden haben über 20 Jahre auf ihrem Boot bei Norsand gelebt.

Ich genieße indessen mal wieder das Städtchen Whangarei und fahre bei schönem Wetter immer in die Stadt. Im Februar war es überwiegend schönes Wetter mit ein paar gelegentlichen Regentropfen. Allerdings war es ein paar Mal morgens so frisch, dass ich mich wohler mit Socken an den Füßen gefühlt habe. Aber mittags war es schon wieder so warm, dass ein dünnes Sommerkleidchen genügt hat.
Wir gehen gelegentlich essen und genießen auch die Gemeinschaft mit anderen Seglern. Im Hundertwasserhaus gibt es ein gutes Café und wir mögen auch den mobilen Pizzawagen The Wayward Italian, der einige Tage in der Woche in Whangarei ist. Wir haben es auch endlich mal geschafft, uns das Hundertwasserhaus von innen anzuschauen. Viel Kunst und auch viel Informatives über Friedensreich Hundertwasser, der ja lange in Neuseeland gelebt hat.
Besonders spektakulär war unser Besuch beim Zirkus, der auch einige Wochen in Whangarei gastiert hat.
Fazit: Wenn man die nötigen Bordarbeiten durch gelegentliche Unterbrechungen auflockert, ist es an Land durchaus auszuhalten.

Ende Januar 2025 Hauraki Gulf – Urquharts Bay
Das neue Jahr hat ja nun angefangen, aber ich will erst mal über die letzten Tage im alten Jahr berichten. Der letzte Logbuchbericht war ja wie immer schon vor Weihnachten erstellt worden. Wie schon angekündigt, haben wir die Weihnachtstage in trauter Zweisamkeit verbracht. Leckeres Essen, was zu trinken und ansonsten Programm wie sonst. Die Weihnachtstage haben wir im Hauraki Gulf verbracht, wobei wir oft vor Waiheke Island geankert haben. Das ist eine beliebte Ferieninsel der Aucklander und uns gefällt es dort auch ganz gut. Silvester waren wir in der Opito Bay nördlich von Whitianga an der Ostseite der Coromandel-Halbinsel. Auch diese Gegend ist ein beliebtes Feriengebiet, und da jetzt Sommer ist und auch Schulferien sind, nennt man das hier „Silly Season“. Da boxt der Papst im Kettenhemd. Am Strand ist tagsüber mordsmäßig was los, aber abends ist tote Hose. Kein Feuerwerk weit und breit. Wir machen es uns gemütlich an Bord mit leckerem Essen und Sekt, mit dem wir an Mitternacht anstoßen, aber dann ziehen wir uns in unsere Gemächer zurück. Die Zeit der wilden Silvesterpartys ist ja auch für uns mittlerweile vorbei.
Wir sind dann weiter nach Süden gesegelt und haben in der Nähe des Städtchens Whitianga geankert. Vor ein paar Jahren waren wir schon mal dort, aber nur mit dem Auto. Der Kühlschrank hat Platz und wir kaufen ordentlich ein. Anschließend segeln wir weiter nach Süden und ankern erst in der Cooks Bay, bevor wir dann zur Cathedral Cove fahren. Dort waren wir auch schon mal von Land aus und von See hat es sich bisher nicht ergeben. Auch heute können wir nicht über Nacht dort ankern, aber wir fahren mit dem Dinghi recht nahe heran und bestaunen die Formationen, die die Natur so hervorgebracht hat. Wir fahren dann weiter nach Hahei, wo wir Mittagspause machen, aber wegen des Wetters wollen wir auch dort nicht über Nacht bleiben. Next Stopp: Hot Water Beach. Am Strand sehen wir unglaublich viele Menschen, die dort ein Loch in den Sand graben und sich dann ein bisschen ins warme Wasser legen wollen.

Nee, nix für uns. Wir verzichten und am nächsten Tag fahren wir weiter.
Der Hot Water Beach ist unser bisher südlichster Punkt, den wir mit Belena erreicht haben. Wetterbedingt – wie auch anders – ging es dann wieder in nördliche Richtung. Wir ankern ein paar Tage vor Cooks Bay, einem beliebten Urlaubsort nicht weit weg von Whitianga. Wir haben dann festgestellt, dass in Dinghi-Reichweite die Purangi Winery ist, und an einem Tag haben wir einen Ausflug dorthin gemacht und gut gegessen. Am anderen Ende der Cooks Bay ist der Lonely Beach, der zur Zeit nicht gerade lonely war, da Ferienzeit. Von dort sind wir zum Aussichtspunkt des Shakespeare Cliffs gegangen, wo man einen schönen Blick auf Whitianga und die Umgebung hatte. Und wo wir schon mal bei Aussichten sind, gehen wir ein paar Tage später auch noch auf den Berg in der Opito Bay. 196 Stufen sind zu bewältigen, aber das Wetter ist gut und wir haben einen schönen Blick auf die Mercury Bay. Wir haben uns zwar schon von der Seeseite die Grayfish Bay angeschaut, aber da wir gerade im Wandermodus sind, nehmen wir auch noch den Weg dorthin.
Dann wollen wir weiter und entschließen uns dazu, die Coromandel-Halbinsel zu verlassen und wieder in den Hauraki Gulf zu segeln. Wir verbringen viel Zeit an den Küsten von Waiheke Island und lernen jede Menge Ankerplätze der Insel kennen. Oneroa im Norden ist der Hauptort der Insel, wo es viele Restaurants, aber auch Supermärkte gibt.
Östlich davon ist eine sehr große Bucht, die Onetangi Bay, wo wir ausgedehnte Strandspaziergänge machen. Die Waiti Bay im Osten ist Ausgangspunkt, um auf Stony Batter zu gehen, und südlich davon in der Man o’War Bay ist eine Winery, wo wir sehr gut gegessen haben und uns den Wein haben schmecken lassen. Wir ankern auch mal vor den Inseln Ponui und Rotoroa, ehe wir noch einige Ankerplätze an der Südküste von Waiheke besuchen. Es ist sehr starker Wind aus Nord vorhergesagt und wir sind in der Rocky Bay und der Huruhi Bay sehr gut geschützt. Nach Auckland wollen wir, weil wir dort unsere neue Rollreff-Anlage abholen können. Damit ist das Kapitel Hauraki Gulf für diese Saison erst mal abgeschlossen, denn wir wollen uns so langsam Richtung Whangarei bewegen. Von Auckland segeln wir nach Motuihe Island, ein sehr schönes Inselchen, wo auch mal Graf Luckner interniert war.
Von dort sind es 64 Seemeilen bis in die Urquharts Bay, die wir in einem Rutsch segeln können. Sicher hätten wir auch den ein oder anderen Ankerplatz noch unterwegs anfahren können, aber es ist für die nächsten Tage Nordwind angesagt und dann wäre es schwieriger, nach Norden zu gelangen.
Zum Einkaufen legen wir uns dann vor die Marsden Cove Marina. Auf dem Gelände befindet sich seit einiger Zeit ein 4 Square Supermarkt, der ganz gut sortiert ist. Später legen wir uns dann in die Munro Bay, wo wir uns mal wieder vor einem stärkeren Wind verstecken müssen. Beim Durchgang des Tiefs hatten wir großes Glück, denn circa 17 Seemeilen südlich von unserem Ankerplatz hat ein schwerer Tornado den Ort Mangawhai Heads schwer verwüstet. Das war schon das zweite Mal, dass ein Tornado in der Nähe von Belena rumtänzelt, denn 2020 zog ein Tornado über Norsand, die Boatyard, wo Belena damals geparkt war, als wir Urlaub auf der Südinsel gemacht haben.

Nachdem wir noch ein paar Tage in der Parua Bay verbracht hatten, noch mal in der Marsden Cove Marina waren, um einen Freund zu treffen, fahren wir Ende Januar nach Whangarei, wo wir bei Norsand Boatyard vorbeischauen. Wir haben dort einen Termin fürs Auswassern von Belena am 5. Februar, aber wir wollen noch vorher ein paar Tage Urlaub in der Urquharts Bay machen. Hier ist das Wasser sauber und wir genießen die Zeit, ehe wir ins Arbeitslager müssen.
Diesen Monat sind wir ja nun viel herumgekommen, aber nächsten Monat wird das anders aussehen. Wir werden berichten.