Reiseberichte Landurlaube

 

05. 11. 2013 - 12. 11. 2013 Apataki - Fakarava - Papeete - Osterinsel
Der 5. November war also unser letzter Tag auf Apataki, der aber noch sehr stressig war. Bis wir endlich auf dem Motorboot von Alfred waren, der uns bis ins Dorf gebracht hat, wo die Cobia 3 angelegt hat, war noch einiges zu erledigen. Und das wie immer alles auf einmal. Die Cobia 3 ist kein Kreuzfahrtschiff und man muss sich seine Verpflegung selbst mitnehmen. Wir bereiten gebratene Hähnchenschenkel vor und haben auch noch Käse und Salami im Angebot. Benno klemmt alles ab, wo Strom durchfließt und dichtet auch das Boot komplett ab. Und dann kommen noch die berühmten Kleinigkeiten, die sich aber summieren. Das hatten wir ja schon öfter, das kennt ihr also schon. Aber schließlich ist es soweit, wir kommen gleichzeitig mit der Cobia 3 im Village von Apataki an. Alfred ist mit dem Kapitän befreundet und bringt uns gleich an Bord, aber nicht ohne uns noch mit tollen, duftenden Blumenkränzen zu verabschieden. Die Cobia 3 hat erst spät in der Nacht abgelegt und wir hatten an Land noch Zeit uns mit zusätzlichem Proviant zu versorgen. Dann sind wir in die Kojen gefallen und haben gut geschlafen.
Am nächsten Tag sind wir vor Sonnenuntergang wach geworden, als für das Ankermanöver vor Toau die Mannschaft geweckt wurde. Wir lernen den Kapitän persönlich kennen, der uns gleich zum Frühstück einlädt. Es gibt die Möglichkeit, an Land zu gehen, aber wir bleiben an Bord. Wir kennen das Atoll Toau ja schon und schauen lieber, was an Bord so alles passiert. Die Crew angelt wie besessen und zu unserem großen Bedauern ziehen sie einige große Napoleonfische aus dem Wasser. Auch ein Hai muss dran glauben und wird aber wieder ins Wasser geworfen, nachdem man ihn von dem Haken befreit hat. Mittags geht es dann Anker auf nach Aratua. Das Meer ist spiegelglatt und die Fahrt dorthin sehr angenehm. In Aratua kann die Cobia nicht am Dock festmachen, sondern bleibt mitten im Pass liegen. Es gibt dort einen großen Betonblock, wo sie festmachen kann.
Wir schauen uns die Insel an, zumindest das, was man bequem zu Fuß erreichen kann. Sie macht auf uns einen sauberen und aufgeräumten Eindruck. Wir fahren erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder von dort weg und kurz vorher kommt auch der Kapitän wieder an Bord. Er lädt uns gleich zum Abendessen ein. Es gibt gebackene Fische und auch Steaks. Was geht es uns gut! Wir unterhalten uns lange mit dem Kapitän und erfahren, dass er auch Besitzer der Cobia 3 ist. Das Schiff ist in USA nach seinen Vorstellungen gebaut worden und die Mannschaft an Bord besteht aus Verwandtschaft. Das erklärt uns auch den guten Zustand des Schiffes und die hohe Motivation der Mannschaft. Alles ist sauber und in Ordnung und die Stimmung an Bord ist sehr gut. Wir empfinden die Fahrt so etwa wie eine Minikreuzfahrt, obwohl die Rahmenbedingungen doch sehr einfach sind. Wir lernen noch das Atoll Aratiki kennen, bevor wir gegen Mittag am 7. November in Fakarava ankommen.
Wir haben uns für 3 Tage bei dem Relais Marama eingebucht und werden gleich am Dock abgeholt. Diese Unterkunft ist eine der billigsten auf Fakarava, aber es ist alles da, was man braucht. Im Zimmer gibt es sogar einen Safe und die Gemeinschaftsküche ist mit allen Gewürzen, die man so braucht und auch diversen Ölen ausgerüstet.
Wir hatten auch Fahrräder kostenlos zur Verfügung, also alles da, um die Bedürfnisse des normalen Reisenden zu befriedigen. Aber wir gestehen: wir haben viel Zeit im Internet verbracht, was dort auch angeboten wurde. Schließlich kennen wir das Atoll ja schon ganz gut. Mit dem Fahrrädern sind wir aber zum Einkaufen gefahren, auch in Restaurants oder nur so zum Sightseeing. Ach ja, nicht zu vergessen, am Sonntag Kirchgang. Die Kirche war gerammelt voll, der Pfarrer hat seine Schäfchen offenbar gut im Griff. Wir sind wegen dem schönen Gesang hin und wurden auch nicht enttäuscht.
Am 10. November sind wir nachmittags nach Papeete geflogen. Dort waren wir an Bord von unseren Freunden Anne und Günter von der SY Mingula eingeladen. Wir haben einen tollen Abend und auch den nächsten Tag miteinander verbracht. Günter hatte mit Niedertemperaturmethode eine Lammkeule gebraten und dazu gab es reichlich Rotwein. Und durch Anne haben wir die Vollwertküche kennengelernt. Lecker!
Wir haben dort am Ankerplatz auch noch unsere Freunde von der Sy Felice, Sy Rose und Sy Pacific High getroffen.
Dann ging die Party weiter bei unseren Freunden, deren Boot in Apataki gestrandet war und die sich jetzt ein Haus auf Tahiti gemietet haben. Wir hatten einen tollen Grillabend und unser Freund hat uns mitten in der Nacht noch zum Flughafen zu unserem Flug zur Osterinsel gebracht.

12. 11. 2013 - 18. 11. 2013 Osterinsel
Warum der Flug von Tahiti auf die Osterinsel mitten in der Nacht sein muss, erschließt sich uns nicht. Von Nachtflugverbot haben die in Tahiti wohl noch nix gehört. 
Um kurz vor zwei Uhr nachts sollte der Flug gehen, hatte aber eine Stunde Verspätung. Der Flug dauerte knapp 6 Stunden und wir haben auf der Osterinsel 5 Stunden Unterschied zu Tahiti und 6 Stunden in die andere Richtung nach Deutschland. 
Der Flughafen Mataveri auf der Osterinsel ist überraschend riesig. Mit 3,4 km besitzt die Osterinsel die längste Landebahn in Südamerika. Die Amis haben die Landebahn in der 80iger Jahren erweitert, weil sie einen Notlandeplatz für das Space Shuttle Programm haben wollten. 
Wir wurden am Flughafen abgeholt und bevor wir in unser Apartment gebracht wurden, wurde uns erst alles wichtige im Ort gezeigt, einschließlich einer großen Meeresschildkröte, die wohl am Hafen wohnt. 
Den ersten Tag haben wir es ruhig angehen lassen. Wir hatten ja schließlich nicht allzu viel Schlaf in der Nacht davor. Und außerdem sind wir 6 Tage auf der Insel. Wir haben also genug Zeit um alles in Ruhe und ohne Stress anzusehen. Wir gehen aber doch noch später in den Ort um einzukaufen. Unser Apartment hat eine Küche und wir können selbst kochen.
Wir mieten uns ein Auto und sehen uns alles auf der Insel an. Temperaturmäßig haben wir auf der Osterinsel noch nicht den befürchteten Kälteschock bekommen. Tagsüber ist es schön warm, nur nachts ist es weitaus kühler, als in Tahiti, aber dafür gibt es ja dicke Decken. 
Den zweiten Tag widmen wir der Orongo Kultstätte. Dies ist eine der bedeutendsten auf der Osterinsel und von hier wurde jährlich der Wettbewerb um das erste Vogelei der Rußseeschwalbe gestartet und der Gewinner war für ein Jahr der Vogelmann. 
Ich werde jetzt hier nicht im einzelnen genaue Beschreibungen der Plätze und ihrer Bedeutung niederschreiben. Das würde diesen Bericht zu sehr aufblähen und außerdem kann jeder, den es näher interessiert, im Internet nachschauen. 
Wir haben eine sehr schöne Seite über die Osterinsel entdeckt und diese Seite hat uns auch mit den nötigen Informationen versorgt, so dass wir uns die Insel auf eigene Faust anschauen konnten ohne geführte Touren zu buchen. 
www.osterinsel.de
Die Orongo Anlage ist schön beim Vulkan Rano Kau gelegen, wo man auch interessante Blicke in den Krater werfen kann. Im Krater ist ein Süßwassersee, der aber überwiegend versandet ist und mit Schilfpflanzen bewachsen ist. 
Den Tag abgeschlossen haben wir mit dem Besuch der Ana Kai Tangata, der Menschenfresser Höhle. Ob da wirklich Menschen gefressen wurden, ist nicht klar, aber ist auch nicht wirklich wichtig für uns. Uns gefällt die Lage und wir laufen ein bisschen in der Höhle und Umgebung rum und suchen die Felszeichnungen, die es hier gibt. Sie sind mittlerweile aber stark verwittert.
Nächster Höhepunkt ist der Steinbruch Rano Raraku, wo die Moais entstanden sind. Hier finden sich auch viele Moais, die teils fertig sind, aber auch noch unvollendete liegen hier rum. Unter den vielen, vielen Moais gibt es einige, die in den Reiseführern eine besondere Beschreibung erfahren, wie zum Beispiel der Tätowierte, der Lächelnde oder der Einzige, der Beine hat, usw. Wir schauen uns alle an und wir verbringen viel Zeit hier. Dadurch gelingt es uns auch zwischen den Menschenmassen immer mal ein Photo ohne Touristen drauf zu machen und wir sind auch phasenweise ganz alleine mit diesen Kolossen. 
Der zweite Steinbruch, den wir besuchen ist der Puna Kau. Hier wurden die Hüte der Moais hergestellt, aber manche Forscher meinen auch, das dies Haarschöpfe gewesen sein könnten. 
Dann haben wir auch noch diverse Kultstätten, sogenannte Ahus besucht. Einige sind nur noch als Ruinen zu besichtigen, bei anderen sind Moais aufgestellt. Sehr gut gefallen hat uns Ahu Tongariki. Diese Anlage wurde durch einen Tsunami 1960 zerstört und dann wieder aufgebaut. Diese Anlage ist die größte von ganz Polynesien, es finden sich jetzt wieder 15 Moai, die dort aufgestellt wurden. 
In der Anakena Bucht, am einzigen großen Sandstrand von der Osterinsel ist die Anlage Ahu Nau Nau gelegen. Viele bezeichnen sie als die schönste, vielleicht weil sie beim Strand liegt oder weil die Moais ganz gut erhalten sind. Als wir das erste Mal da waren, lag gerade ein Kreuzfahrtschiff in der Bucht. Menschen, Menschen, Menschen. Wir sind dann nochmal an einem anderen Tag hingefahren, aber richtig leer war es dann dort auch nicht. 
Gut zu erreichen war die Anlage Ahu Tahai, da sie nicht weit von Hanga Roa entfernt ist. Hier waren wir mehrfach und hier steht auch der einzige Moai, dem wieder Augen eingesetzt wurden. Wir haben auch den Nabel der Welt gesehen, einen runden Stein, der auf uns aber ganz gewöhnlich gewirkt hat. Da hat uns der Friedhof von Hanga Roa schon besser gefallen, liegt wunderschön direkt am Meer neben der Anlage Ahu Tahai. 
Dann war da noch die Anlage Ahu Akivi, die eine der wenigen Anlagen ist, die im Landesinneren ist. Hier sind sieben Moais aufgestellt und diese schauen nicht wie die anderen ins Land, sondern aufs Meer.
Diverse Höhlen haben wir auch besichtigt. Die eindrucksvollste war die Ana Kakenga, die Zweifensterhöhle. Der Eingang war nicht leicht zu finden, sie war auch nicht in der Nähe der Kliffkante. Nachdem wir den Eingang gefunden hatte, musste man noch ein gutes Stück in der Höhle Richtung Meer laufen, aber dann hat sich der Anblick gelohnt. In etwa 10 m Höhe vom Meeresspiegel gab es zwei Öffnungen, wo man auf den Pazifik schauen konnte. Wirklich beeindruckend!
Abends haben wir mehrmals Tanzveranstaltungen besucht und auch an einem Erdofen-Essen teilgenommen. Das Essen war ganz ok, wenn auch nicht überwältigend, aber es gehört wohl zum Touristenprogramm und wir wollten es nicht auslassen. Aber die Tanzshows waren dafür umso besser. Dann noch der Besuch im Museum und den Erinnerungsstempel von der Post haben wir uns auch abgeholt. 
Uff! Ganz schön viel, aber es hat uns viel Spaß gemacht und die Osterinsel hat uns gut gefallen. Vielleicht segeln wir doch noch mal mit Belena hierher. Am Montagmittag fliegen wir aber hier weg nach Santiago de Chile.

18. 11. 2013 - 28. 11. 2013 Santiago de Chile - Puerto Montt - Kreuzfahrt mit der Skorpios II - Puerto Varas
In Santiago haben wir ein Hostal an der Plaza de Armas gebucht, so waren wir direkt im Herzen der Stadt untergebracht. Das Hostal hatte seine Räumlichkeiten im 6. Stock und wir hatten einen herrlichen Blick über den Platz. 
Da wir vor 4 Jahren schon mal in Santiago waren und das Touristenpflichtprogramm mit den Museen und anderen Sehenswürdigkeiten schon hinter uns haben, können wir jetzt ganz entspannt herum schlendern. 
Bei dem herrlichen Wetter, was wir immer noch haben, besuchen wir die Aussichtspunkte von Santiago. Da ist zum einen der Cerro San Cristóbal im Barrio Bellavista, wo man mit einer Zahnradbahn hochfahren kann. Der Cerro Santa Lucia liegt im Zentrum und bietet auch schöne Blicke auf die Stadt. 
Wir gehen natürlich auch wieder auf diverse Märkte. Beim Fischmarkt gibt es nette Restaurants und wir essen dort sehr gut. Dann gibt es in der Nähe den Obst und Gemüsemarkt. Dort fallen uns anhand der Preise etwas die Augen aus dem Kopf. Nicht wegen der hohen, sondern wegen der niedrigen Preise. Wir sind doch von Französisch Polynesien ein anderes Preisniveau gewohnt. So kaufen wir ein halbes Kilo leckerer Kirschen für umgerechnet weniger als einen Euro. 
Das neben dem Gemüsemarkt liegende Barrio Bellavista ist ja für seine schönen Häuser und auch seine Gastronomie bekannt. Natürlich laufen wir hier ein bisschen rum, aber wir besuchen auch das weniger frequentierte Barrio Lastarria im Zentrum von Santiago. Dieses Viertel ist liebevoll restauriert worden und auch hier sind viele historische Gebäude und Kneipen, die Restaurants fehlen auch nicht. 
Wir bleiben nur 2 Tage in Santiago und dann fahren wir mit dem Bus nach Puerto Montt. Wir hätten auch fliegen können, aber Busfahren ist uns lieber. Wir nehmen den Nachtbus, der seine Sitze auf 180 Grad umlegen kann und wir können recht bequem schlafen. In Puerto Montt übernachten wir im Tren del Sur, einem sehr gut geführten Hostal. Der Chef ist ausgesprochen nett und gibt uns viele gute Tipps, was wir so unternehmen könnten.
Puerto Montt zählt nicht zu den attraktivsten Städten in Chile, aber der Fischmarkt in Angelmó ist absolut sehenswert. Neben Fisch gibt es auch viele verschiedene Muschelarten und auch so exotische Sachen wie Seeigel oder Picorocos, große Seepocken. Wir finden einige dieser Leckereien auch im Curanto, einem Eintopf aus Meeresfrüchten, Fleisch und Wurst, der für diese Gegend typisch ist. Die Mischung ist für uns etwas ungewohnt, schmeckt aber gut. 
Wir mieten uns ein Auto und erkunden die Umgebung. Wir haben immer noch Glück mit dem Wetter und genießen einfach die schöne Landschaft. Wir verlassen Puerto Montt und fahren der Küste entlang bis es nicht mehr weitergeht, bzw. wir eine Fähre nehmen müssten. Aber so weit wollen wir ja gar nicht fahren. Wir begnügen uns mit tollen Ausblicken aufs Meer oder auf der anderen Seite auf die Anden, den Alerce Andino Nationalpark.
Am nächsten Tag gehen wir auch schon auf die Skorpios II, einem kleinen Kreuzfahrtschiff, das von Puerto Montt bis zur Laguna San Rafael ins nördliche Eisfeld von Patagonien fährt.
Wir haben das volle Verwöhnprogramm gebucht. Vollpension mit allen Getränken, offene Bar, außerdem noch Tea-Time mit Kuchen, Cocktails mit netten Häppchen und auch alle Ausflüge inbegriffen. Die Kabine ist auch schön und zu unserer großen Überraschung sind wir jederzeit auf der Brücke gerne gesehen. Das interessiert uns natürlich besonders und während wir mit dem Schiff unterwegs sind, verbringen wir viel Zeit dort. Der Wettergott meint es immer noch gut mit uns. Womit haben wir das verdient?
Eine Woche vorher war der gleiche Törn total verregnet, jedenfalls wurde uns das so erzählt. 
Wir hatten während unserer Ausflüge immer schönes Wetter. Highlight der Reise war natürlich die Laguna San Rafael mit dem gleichnamigen Gletscher. Unser erster Gletscher auf der Südhalbkugel und wir können ganz nah mit dem Boot ran fahren. Sogar ein Seeleopard ist da und scheinbar ist er an die Touristen gewöhnt und liegt lässig auf seiner Eisscholle und lässt sich fotografieren. Wir waren total begeistert!
Ich werde jetzt nicht jeden einzelnen Stopp oder Fjord beschreiben, durch den wir gefahren sind. Kennt Ihr ja schon. Wen es aber näher interessiert, kann mal auf der Seite von der Reiseagentur nachschauen, wo wir die Kreuzfahrt gebucht haben. 
www.travelaid.cl
Dort haben wir eine sehr kompetente Beratung erhalten und da wir den Hals vom Schiffchen fahren nicht voll kriegen können, haben wir dort auch noch weitere Kreuzfahrten gebucht. Aber darüber später. 
Nach unserer Kreuzfahrt haben wir wieder in Puerto Montt angelegt, aber diesmal haben wir uns dort nicht lange aufgehalten. Wir sind mit dem Bus gleich weiter nach Puerto Varas, wo wir übernachtet haben und von wo aus wir die Umgebung erkundet haben. 
Mehr dazu im nächsten Bericht.

28. 11. 2013 - 08. 12. 2013 Puerto Varas - Puerto Natales - Kreuzfahrt mit der Skorpios III - Punta Arenas
Puerto Varas gehört zum chilenischen Seengebiet und liegt direkt am See LLanquihue und ist wie auch Puerto Montt von deutschen Einwanderern geprägt.
Als wir nach Frutillar fahren, fällt uns als erstes auf, das in jedem Café und auch auf Schildern an der Straße "Kuchen" angeboten wird. Im Museo de la Colonización Alemana fühlt man sich wieder in seine Kindheit versetzt, wenn man bei Oma rumgestöbert hat. In den alten Häusern, die man sich auch im Schwarzwald oder im Allgäu vorstellen könnte, sind liebevoll alte Sachen der früheren Bewohner ausgestellt. Apropos Schwarzwald: in Puerto Varas ist die Kirche komplett aus Holz und der Marienkirche im Schwarzwald nachgebaut. Wir haben gegoogelt und glauben, das es die Kirche in Baiersbronn ist. 
Wir mieten uns ein Auto und fahren letztendlich um den ganzen See rum und können uns nicht über das Wetter beschweren. Der Osorno ist von oben bis unten komplett zu sehen. Ein Vulkan wie er im Buche steht mit weißer Schneekuppe obendrauf. Sehr fotogen! 
Wir absolvieren das volle Touristenprogramm, also auch Saltos de Petrohue, der Lago Todos los Santos inklusive Rundfahrt auf dem See. Dann noch rauf zum Osorno, wir hatten eine herrliche Sicht. 
Puerto Varas selbst ist auch recht hübsch, viele alte Häuser aus der Kolonialzeit und die Lage direkt am See gefällt uns auch gut. 
Aber unsere nächste (die zweite) Kreuzfahrt startet in Puerto Natales und deshalb fliegen wir von Puerto Montt nach Punta Arenas und nehmen dann von dort den Bus. Punta Natales ist ein kleines Örtchen, was früher sicher sehr verschlafen war. Aber mittlerweile boomt der Tourismus um den Torres del Paine Park und es gibt hier viele Hotels, Restaurants und auch Geschäfte, die die vielen Outdoor-Touristen ausrüsten. Auch wir rüsten mit Fleecejacken auf, denn je weiter wir nach Süden kommen, desto rauher wird das Klima.
Wir machen auch eine Tour durch den Park, aber nicht tagelang zu Fuß, sondern wir lassen uns fahren. Zum Glück lassen sich die Torres sehen, wenn auch nicht in strahlendem Sonnenschein. Sie haben uns sehr stark an die Lavaspitzen von Ua Pou erinnert. Ich denke, dass sie auch die gleiche Entstehensgeschichte haben. 
Nur ist es hier ein bisschen kälter. Später hören wir, dass Puerto Natales auch Puerto de Vientos genannt wird. 
Auf der Fahrt sehen wir sehr viele Tiere und von Schafen, Rindern und Pferden mal abgesehen, haben wir auch viele Guanacos gesehen, die hier wohl niemandem gehören und frei herumlaufen. Daneben auch noch Nandus, Laufvögel, die dem Strauß sehr ähneln und den ein oder anderen Condor, die besonders zahlreich dort waren, wo ein Tier verendet war. 
Fast hätte ich die Flamingos vergessen, das sind ja wohl klimamäßig sehr anpassungsfähige Tiere, das letzte Mal haben wir welche auf den ABC Inseln gesehen. 
Dann zeigte sich noch ein patagonischer Fuchs und wir haben auch diverse Gänse gesehen, wie die Magellangänse und die Graugänse. Spuren von einem ausgestorbenen Riesenfaultier haben wir in der Milodon Höhle gesehen und dann waren wir natürlich auch bei diversen Gletscherseen, die von blau bis türkis schimmerten.
Als wir auf die Skorpios III gehen, weht es recht heftig. Als wir abends ablegen und durch die patagonischen Kanäle fahren, zeigt die Windmessanlage auf der Brücke über 75 Knoten in den Böen, das sind über 12 Beaufort. Ist aber hier nicht wirklich gefährlich, da sich in den Kanälen kein hoher Seegang aufbaut. 
Auf der Skorpios III gibt es wieder das Verwöhnprogramm wie auf der Skorpios II und auch hier haben wir die Erlaubnis, jederzeit auf die Brücke zu kommen. Die Sicht von der Brücke ist eben die beste und vor allem ist es schön warm dort. Hier herrscht eben ein rauheres Klima und wir genießen manche Ausblicke doch lieber von innen. 
Die Kreuzfahrt mit der Skorpios III ist kürzer als die im nördlichen Eisfeld von Patagonien. Wir haben eigentlich nur 2 Tage mit Ausflugsprogramm, aber die sind so richtig vollgepackt. Wir sehen am ersten Tag mindestens 7 verschiedene Gletscher wie zum Beispiel Amalia, El Brujo, Fernando, Capitan Constantino und Alipio Gletscher. Bei einigen konnten wir in sicherer Entfernung sogar das sogenannte "Kalben" beobachten, bei anderen konnten wir dicht mit dem Beiboot ranfahren und manche konnte man auch zu Fuß gut erreichen. 
Also Gletscher in Hülle und Fülle. Deshalb waren wir auch nicht böse, als es am nächsten Morgen geregnet hat. Übrigens unsere erster Regentag bis jetzt. Wir haben es uns im Boot gemütlich gemacht und einige ganz hart gesottene sind mit dem Beiboot nahe an einen Gletscher gefahren. 
Nachmittags hatte es dann wieder aufgeklart und wir haben noch eine Tour zum Gletscher Bernal gemacht. Das war´s aber dann. Am nächsten Morgen lagen wir schon wieder in Puerto Natales und wir gingen von Bord.
Wir bleiben noch ein bisschen im Ort und am Sonntag fahren wir wieder mit dem Bus nach Punta Arenas. Hier werden wir ein paar Tage bleiben bevor es weiter nach Süden geht.

08. 12. 2013 - 18. 12. 2013 Punta Arenas - Kreuzfahrt mit der Stella Australis - Ushuaia
In Punta Arenas haben wir relativ viel Zeit verbracht. Nicht unbedingt, weil es sooo eine tolle Stadt ist, sondern weil von hier unsere dritte Kreuzfahrt gestartet ist. Ich hatte ja schon erwähnt, dass wir den Hals nicht voll kriegen können vom Schiffchen fahren :-)
Diesmal fuhren wir mit der Stella Australis von Punta Arenas nach Ushuaia.
In Punta Arenas ist es uns aber nicht langweilig geworden. Es gab viel zu sehen. 
Der Friedhof von Punta Arenas soll der schönste von ganz Chile sein. Quasi eine Stadt in der Stadt mit monumentalen Gebäuden. Auch hier haben wir wieder deutsche Namen auf den Gräbern gefunden. 
In der Stadt gibt es noch viele erhaltene Prachtbauten aus der Kolonialzeit und wir haben auch das ein oder andere Haus besichtigt. Unglaublich, wie reich manche Leute damals waren, aber das ist ja heute auch nicht anders. 
Der Hauptplatz ist Magellan gewidmet, der dort ein großes Denkmal hat. 
Etwas außerhalb des Ortes ist sogar die Nao Victoria maßstabsgetreu nachgebaut worden. Auch die Nachbauten der Ancud und der James Caird können dort besichtigt werden. Wer bei Wikipedia "Museo Nao Victoria" eingibt, kann alles wissenswerte dort erfahren.
Eine Fahrt zu den Magellanpinguinen auf der Isla Magdalena haben wir uns auch nicht entgehen lassen. Die Tiere sind gar nicht scheu und kommen einem recht nahe. Da das Wetter auch noch mitspielte, haben wir Bilder über Bilder gemacht. 
Um uns noch ein bisschen über die patagonische Geschichte zu informieren und natürlich das ganze auch noch mit einem schönen Ausflug zu verbinden, haben wir eine Tour zum Fuerte Bulnes gemacht. Das Fort ist zwar nicht mehr original, aber wurde wieder errichtet und ist wunderschön gelegen.
Den letzten Tag in Punta Arenas haben wir mit dem Besuch von diversen Museen verbracht und schließlich ging es an Bord der Stella Australis. 
Wir fuhren mit diesem doch recht luxuriösem Kreuzschiff auf dem Weg nach Ushuaia durch die Magellanstraße, den Beagle Channel und auch Kap Hoorn stand auf dem Programm. 
Wir hatten ruhiges Wetter und die Ausflüge mit den Zodiacs waren recht entspannt. 
Wir machten unterwegs schöne Wanderungen und erfuhren auch viel von der Flora und Fauna. Die Tourguides gaben uns auch Erklärungen über die ursprünglichen Bewohner Patagoniens und Feuerlands, die aber fast vollständig ausgerottet sind. 
Wie auch schon auf den Skorpios Touren sahen wir Seehunde und Kormorane und auch wieder Pinguine. Die Tierwelt ist hier erstaunlich vielfältig und in Chile gibt es übrigens auch Pelikane, die wir in französisch Polynesien vermissen. 
Wir wurden auch auf der Stella Australis wieder kulinarisch verwöhnt und bei den Landgängen gab es auch immer was zu trinken. Heißer Kakao mit Whiskey war der Renner oder aber die Nummer mit dem Whiskey auf uraltem Gletschereis, was wir auch schon auf der Skorpios serviert bekamen. 
Gletscher gab es auch wieder zu bewundern, aber ein Highlight war natürlich auch die Fahrt zum Kap Hoorn. Manchmal sind die Bedingungen dort so schlecht, dass nicht ausgebootet werden kann, oder die Fahrt ist auch schon komplett abgesagt worden. Wir hatten Glück und konnten bei Kap Hoorn anlanden. Während der aber doch recht kurzen Zeit an Land konnten wir von Sonnenschein über Regen, starke Windböen und Hagel einiges an Wettergeschehen miterleben. Ist schon erstaunlich, wie schnell das Wetter dort wechseln kann. 
Wir verlassen in Ushuaia das Schiff und schon sind wir in Argentinien. Wir hatten in Punta Arenas, als wir aufs Schiff gingen, unsere Pässe abgegeben und jetzt bekamen wir sie mit dem argentinischen Stempel wieder. Das war schon alles, was an Grenzformalitäten erledigt werden musste. 
In Ushuaia ist es noch etwas kälter als in Punta Arenas, aber wir haben bisher überlebt. 
Allerdings wundern wir uns bei diesem Klima über die Bauweise der Häuser. Die Schrebergartenhäuschen in Deutschland haben weit bessere Isolierung als hier die meisten Wohnhäuser. 
Aber die Energiekosten scheinen auch hier in Argentinien nicht hoch zu sein und in den Häusern ist es meist gut geheizt. Klamottenmäßig haben wir ja auch aufgerüstet und hoffen, das es auch für die Antarktis reicht. 
Ja, Ihr habt richtig verstanden. Wir setzen noch einen drauf und haben eine Fahrt in die Antarktis gebucht. Es geht am 20. Dezember los und wir kommen erst wieder am 28. Dezember in Ushuaia an. 
Da wir unterwegs wohl kein Internet haben werden, wünschen wir Euch jetzt schon Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

18. 12. 2013 - 28. 12. 2013 Ushuaia - Antarktis - Ushuaia
Um auch ja nicht das Schiff in die Antarktis zu verpassen, haben wir zwei Puffertage in Ushuaia eingelegt. Als wir ankamen, war das Wetter nicht so prickelnd. Bewölkt und immer mal ein bisschen Regen. Wir sind nur ein bisschen rumgelaufen und haben ansonsten den Tag genutzt um uns mal wieder im Internet zu suhlen. 
Aber am nächsten Tag war herrlichstes Wetter. Wir konnten es gar nicht glauben. Also haben wir schnell ein Auto gemietet und sind in den Nationalpark Tierra del Fuego gefahren. Dort kann man schöne Wanderungen machen und hat auch immer wieder tolle Ausblicke auf die Berge und Seen, bzw. den Beagle Channel. 
Da die Tage hier so sehr lange sind, hatten wir sogar noch Zeit, ins Skigebiet von Ushuaia beim Gletscher Martial zu fahren. Jetzt ist natürlich keine Saison, aber man kann wie in den Alpen den Berg raufwandern, was wir auch gemacht haben. 
Am 20. Dezember war dann der Tag zum Einchecken auf die Akademik Sergey Vavilov, ein russisches Forschungsschiff, das ein Teil des Jahres auch Touristen in die Antarktis bringt.
Bevor man dorthin gelangt, muss man erst durch die Drake Passage. Das soll die sturmhäufigste Gegend der Welt sein. 
Wir hatten vorher überlegt, ob wir direkt in die Antarktis fliegen wollen, aber wir haben Zeit und ein bisschen Gewackele auf See stört uns auch nicht.
So haben wir uns für die längere Reise entschieden, denn man braucht zwei volle Tage bis man in der Antarktis ist. 
Beim Ablegen hatten wir noch schönes Wetter und auch den ersten Teil im Beagle Channel. 
Dann in der Nacht fing es an zu blasen und es flog auch ein bisschen was draußen an Ausrüstung durch die Gegend, was die Crew vor her nicht richtig festgebunden hatte. Am nächsten Morgen hieß es dann, dass wir über 5o Knoten Wind hatten, das entspricht 10 Beaufort. 
Da das Schiff sehr gut gebaut ist - mit effizienten Trimmsystem und viel Tiefgang - hat es sich sehr gut bewegt.
Ich habe die Fahrt genossen. Die Wellen waren beeindruckend und es war ein gutes Gefühl, dass wir uns mal nicht um alles kümmern mussten. Die Brücke war auch hier frei zugänglich und es war wie immer, der beste Platz für Beobachtungen an Bord. 
Neben beeindruckenden Wellen haben wir während der Reise Wale, Delphine und viele Vögel einschließlich Albatrossen und Pinguinen gesehen. 
Vom Altersdurchschnitt der Passagiere waren wir etwas überrascht. Es gab weniger als 10 % Silber-blonde (einschließlich meiner Person :-)))), sondern viele junge Leute. Das lag hauptsächlich daran, dass eine große Gruppe von amerikanischen Studenten an Bord war. Dann waren auch noch Forscher an Bord, die sich auf Seevögel spezialisiert hatten und da sie ihr Wissen gerne und mit viel Enthusiasmus geteilt haben, konnten wir viel Neues erfahren. Das heißt, wir kennen uns jetzt recht gut mit Vögeln aus :-) Zumindest mit den antarktischen Seevögeln wie Albatrossen, Sturmvögeln und vielen mehr. 
Auch von den professionellen Fotografen an Bord haben wir viel gelernt. Einer davon war Ira Meyer, der sich einen Namen als Fotograf gemacht hat und auch als Wildlife Photographer des Jahres 2008 ausgezeichnet wurde. 
Aber Tony Beck wollen wir auch nicht vergessen. Er ist auch Naturphotograph und hat sich aber mehr auf Vögel spezialisiert. Auf seiner Homepage kann man jedenfalls auch schöne Fotos anschauen. 
Das Expeditionsteam war auch relativ jung und kam überwiegend aus Kanada. Alle waren sehr engagiert und wir haben einige außergewöhnliche Menschen kennengelernt. 
Am meisten hat uns Sunniva Sorby beeindruckt, die 1993 in einem 4-Frauen-Team auf Skiern ohne Schlittenhunde oder motorisierte Fahrzeuge zum Südpol gelaufen ist. Im Schlepp ein 200 Pfund schwerer Schlitten mit ihrer Ausrüstung! 67 Tage war das Team in Eiseskälte unterwegs. Das war das erste Mal, dass Frauen so etwas gelungen ist. 
Aber nun etwas mehr zu der Reise an sich:
jeder wurde schon zu Beginn mit wasserdichter Jacke, Hose und Gummistiefeln in seiner Größe versorgt. So waren wir gut gerüstet für die Landausflüge oder die Fahrten mit den Zodiacs. 
Wir waren volle drei Tage in der Antarktis und machten tolle Ausflüge. 
Die Ankunft war allein schon Klasse. Sonnenschein, Eisberge, springende Pinguine, Wale und auch Delphine. Wir haben verlassene Walfangstationen besucht, wo noch die Walknochen herumlagen, waren auf einer chilenischen Station und einer verlassenen argentinischen Station. Dort gab es nur verlassene Gebäude und Pinguine in Massen. Und auch Leopard Seelöwen, die sich von Pinguinen ernähren. 
Aber auch Wedell Robben und einen See-Elefanten haben wir gesehen. 
Wir haben mehrere verschiedene Unterarten von Pinguinen kennengelernt. Die Esels-Pinguine, Kehlstreifen-Pinguine, Adelie-Pinguine und noch den Macaroni-Pinguin. 
Die Pinguine zu beobachten wurden wir nicht müde. Ist schon putzig, wie sie sich bewegen. 
Da unser Schiff weniger als 100 Passagiere hatte, hatten wir auch genug Zeit bei den Ausflügen und konnten die Landgänge voll ausnutzen, denn es dürfen nicht mehr als 100 Passagiere gleichzeitig an Land. 
Bei den Zodiac Ausflügen sind wir um die Eisberge rum und unterwegs wurde auch hier wieder altes Gletschereis mitgenommen um Whiskey on the Rocks zu zelebrieren. 
Als wir auf Deception Island in der Whalers Bay gelandet sind, hätten wir die Gelegenheit gehabt schwimmen zu gehen. Die Insel Deception Island ist ein aktiver Vulkan und wir sind mit dem Schiff in die Caldera gefahren. Würde man graben, könnte man schon eine Kuhle mit relativ warmen Wasser schaffen, aber uns wurde gesagt, dass das nicht mehr erlaubt ist. Ein paar Verrückte sind trotzdem ins Wasser gesprungen, aber wir nicht. Bei 30 Knoten Wind und Schneetreiben. Nein danke!
Auf Deception Island haben übrigens die Wilts (http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Wilts) überwintert und dort haben wir auch wieder ein Segelboot gesehen, aber wir ziehen es doch vor in einem bequemen und warmen größeren Schiff zu reisen. 
Wir haben in jeder Beziehung, das für uns richtige Schiff ausgesucht. Die Anzahl der Schiffe, die mittlerweile in die Antarktis fahren ist ja eher groß und von 2000 Passagier-Kreuzfahrtschiffen bis zu noch kleineren Expeditionsschiffen, wie die Vavilov gibt es fast alles . 
Auf der Rückfahrt durch die Drake Passage hat sich diese von ihrer Schokoladenseite gezeigt. Wir hatten einen absolut ruhig Fahrt und haben die Seetage so richtig genossen. 
Dieser Bericht ist mal ein bisschen länger, als Ihr das sonst von mir gewohnt seid, aber wir werden eine Reise in die Antarktis wohl nicht mehr in diesem unserem Leben machen. Das war schon etwas ganz Besonderes für uns. 
Vielen Dank auch noch für die vielen,lieben Weihnachtsemails, die wir jetzt erst beantworten können und wir wünschen allen nochmal einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

30. 12. 2013 - 08. 01. 2014 Ushuaia - El Calafate - Puerto Madryn - Peninsula Valdez - Esquel - Bariloche
Nachdem wir also in der südlichsten Stadt der Welt waren ( Puerto Williams, südlicher gelegen, zählt für die Argentinier nicht, denn das ist ja keine Stadt, sondern nur eine Ortschaft), ging die weitere Reise wieder nach Norden. Diesmal wollen wir auf der argentinischen Seite bleiben und fliegen von Ushuaia direkt nach El Calafate. Hier wollen wir in erster Linie zum Gletscher Perito Moreno. Nicht das wir nicht genug Gletscher in den letzten Wochen gesehen hätten, aber wir treffen viele Reisende und alle sagen, dass man den auch noch gesehen haben muss. Also gut!
Da wir aber einen Zeitpuffer eingebaut haben, fliegen wir erst am 30. Dezember und haben noch Zeit, eine wunderschöne Wanderung im Nationalpark Tierra del Fuego zu machen. 
Wir fahren gleich am nächsten Tag nach der Ankunft in El Calafate zum Perito Moreno. Der Gletscher ist tatsächlich beeindruckend, aber jede Minute kalben, wie es im Reiseführer beschrieben ist, tut er nicht. Es gibt hier viele Wege, die immer wieder tolle Blicke auf den Gletscher erlauben und gelegentlich kalbt er ja auch. Wir schlendern ein paar Stunden rum und machen Fotos über Fotos.
Wir wollten in El Calafate auch Silvester verbringen, denn wir dachten uns, dass in so einer Touristenstadt ordentlich was los ist. War aber ein totaler Reinfall. 
Wir waren stark erkältet und hatten keine Lust auf ein opulentes Silvesterdinner. Also machten wir keine Reservierung, denn die wurden nur angenommen, wenn man auch das Dinner buchen wollte. 
Als wir dann losgezogen sind um eine Kleinigkeit zu essen, war die Hälfte der Restaurants einfach geschlossen und für die andere Hälfte hätten wir eine Reservierung gebraucht. Mist! Wir haben dann irgendwo einen Rollbraten zum Mitnehmen gefunden mit einer Flasche Rotwein. Der Rollbraten hat sch... geschmeckt, aber der Rotwein hat uns gerettet. 
Wir hoffen, Ihr hattet einen besseren Rutsch ins Neue Jahr. Ach, was war das letztes Jahr so schön in Panama mit unseren Freunden auf deren Katamaran Felice (siehe auch unsere Links). 
Aber wir wollen nicht jammern, es war letztendlich nur ein einziger verdorbener Abend. 
Am nächsten Tag haben wir dann einen Bootsausflug auf dem Lago Argentino gemacht. Wir haben eine Fahrt mit einem Motorkatamaran gebucht und haben noch mehrere andere Gletscher gesehen. Auch dem Perito Moreno sind wir nochmal vom Wasser aus auf die Pelle gerückt. Hier sieht man erst die wirkliche Größe des Gletschers, denn gestern haben wir das doch von einem erhöhten Standpunkt aus betrachtet.
Der Ort El Calafate ist auch ganz nett. Zwar gibt es massenhaft Touristen, aber das hat auch Vorteile. Es gibt viele Restaurants, darunter auch einige gute und wir können unseren schlechten Eindruck vom Silvesterabend revidieren. Im Gegensatz zu der chilenischen Küche schmeckt es uns hier viel besser. Das chilenische Essen war meistens fad, Gewürze scheinen die dort nicht zu kennen und obwohl wir in den angeblich besten Restaurants in einigen Orten gegessen haben, hat uns das Essen dort nicht aus den Socken gehauen. 
Wir machen noch einen Ausflug nach El Chalten, eigentlich ein Ziel für ausgiebige Wanderungen. Da wir aber nicht die großen Wanderer sind, reicht uns ein Tagesausflug. 
Die Fahrt dorthin dauert drei Stunden und die Landschaft ist nicht sehr abwechslungsreich.
Immerhin haben wir Glück mit dem Wetter und die Wanderung, die wir zum Mirador Fitz Roy machen, ist sehr schön. Wir genießen die tolle Sicht auf die Vulkanspitzen und sehen unterwegs auch noch einen Specht mit rotem Schopf. Der ist mit dem Loch klopfen so sehr beschäftigt, dass er Benno ganz dicht rankommen lässt und wir machen tolle Fotos. 
So langsam haben wir aber doch das Gefühl, das wir erstmal genug Gletscher gesehen haben. Wir wollen weiter nach Norden, wieder in die Wärme. 
Von El Calafate wollten wir eigentlich über die Ruta 40 nach Bariloche zum argentinischen Seengebiet fahren. Aber wir finden keinen Bus, der in den nächsten Tagen fährt und auch die Autovermietungen sind auf Tage ausgebucht. 
Dann eben nicht! Die Ruta 40 ist zwar berühmt, aber so toll auf langen Passagen auch nicht. Drei Stunden haben wir ja schon die Fahrt nach El Chalten gehabt und viel anders sieht das auf viele Kilometer auch nicht aus. Von El Calafate nach Bariloche fliegen wollen wir auch nicht, denn die Aerolineas Argentinas hat für diese Strecke ein Monopol und demnach völlig überzogene Preise.
Also ändern wir mal wieder unsere Pläne und buchen einen Flug nach Trelew um nach Puerto Madryn zu kommen. So können wir noch die Peninsula Valdez besuchen. Jetzt ist zwar keine Walsaison mehr, aber es gibt ja noch mehr zu sehen. 
Wir buchen einen organisierten Ausflug und besuchen eine große Kolonie von Seelöwen, Seeelefanten und sehen auch wieder Magellanpinguine. Die Pinguin-Küken sind aber schon ein ganzes Stück größer als die, die wir zuletzt auf Isla Magdalena gesehen haben. Auch ein Gürteltier lässt sich blicken und unterwegs treffen wir noch auf Nandus und Guanacos.
Die Reiseleiterin bietet während der Fahrt Matetee an. Wir haben schon die ganze Zeit über Leute gesehen, die bei jeder Gelegenheit und überall Matetee trinken. Vor allem die Busfahrer haben das immer zur Hand. Uns schmeckt es nicht besonders, das liegt aber wohl daran, dass uns bittere Dinge nicht so sehr munden. 
Den Plan mit Bariloche haben wir aber nicht aufgegeben. Wir wollen mit dem Bus dorthin und wollen in Esquel am Rande der Anden einen Zwischenstopp machen. Wir erreichen den Ort in einer Tagesfahrt und die Landschaft ist teilweise sehr beeindruckend. Aber es gibt auch Passagen, wo es eher öde ist. Aber der Bus ist recht bequem und wir haben einen Platz mit guter Aussicht. 
In Esquel machen wir einen Ausflug zur Laguna Zeta. Ist nicht weit weg von dem Ort und ist landschaftlich sehr schön. Wir wandern ein bisschen und nachmittags machen wir noch eine Tour mit dem Zug Tronchita. Das ist eine Schmalspurbahn und die Lokomotiven kommen teilweise aus Deutschland. Früher war das eine wichtige Zugverbindung, aber heute werden nur noch Touristen gefahren. Das Wetter ist mal wieder traumhaft und wir genießen die Fahrt sehr. 

Die Weiterfahrt nach Bariloche ist auch von gutem Wetter und entsprechend tollen Ausblicken begleitet. 
Hier ist es schön und wir wollen ein paar Tage bleiben.

 

12. 01. 2014 - 22. 01. 2014 Bariloche - Mendoza - Cordoba - Buenos Aires - Montevideo/Uruguay
Eigentlich dachten wir ja, dass wir mit Ankunft in Bariloche Patagonien verlassen hätten. Aber es gehört wohl noch zu Patagonien, wird aber auch als argentinische Schweiz bezeichnet. Gut, es gibt Berge und Seen und von der Architektur erinnert auch vieles an die Schweiz.
Wir verbringen hier sehr schöne Tage, machen Bootsausflüge auf dem Lago Nahuel Huapi und gewandert wird auch mal wieder, diesmal auf dem Cerro Otto.
Dort fährt eine Seilbahn hin, gebaut in Österreich. Oben gibt es auch ein Drehrestaurant, wo wir uns erst stärken und die tolle 360° Aussicht genießen, bevor wir uns zu dem Piedra de Habsburg aufmachen. Die Wege hier sind sehr ansprechend gestaltet. Man läuft überwiegend im Schatten und der Schwierigkeitsgrad ist auch nicht allzu hoch.
Der Ort an sich ist auch ganz nett, außergewöhnlich ist die große Dichte von Schokolade verkaufenden Läden. Immerhin ist Bariloche die Schokoladenhauptstadt von Argentinien, ein Erbe der schweizer Einwanderer.
Von Bariloche fahren wir mit dem Bus nach Puerto Panuelo um von hier aus nach Puerto Blest mit dem Boot zu fahren. Von Puerto Blest kann man auch nach Chile weiterreisen, aber wir bleiben in Argentinien und machen schöne Spaziergänge durch den Nationalpark zu einem Wasserfall.
Unsere nächste Bootstour ist mit der Modena Victoria, einem alten Schiff aus Holland. Es wurde dort 1937 gebaut, dann demontiert, auf dem Lago Nahuel Huapi wieder zusammengebaut und fährt seitdem Touristen auf dem See spazieren. Auf der Brücke sind viele alte Instrumente aus Messing, blank poliert und blinkend. Gefällt uns gut.
Diesmal fahren wir in den Nationalpark Bosque de Arranyana. Dort gibt es zimtfarbene Bäume, die wohl nur in dieser Gegend vorkommen. Dann gehts noch auf die Isla Victoria, wo es viele schöne Wanderwege gibt. Hier hätten wir es noch länger aushalten können, aber vielleicht lag das auch an dem tollen Wetter.
Aber so langsam fangen wir an, uns um die Abreise aus Südamerika Gedanken zu machen. Unseren Flug haben wir am 11. Februar von Rio gebucht und vorher wollen wir aber noch nach Mendoza, Cordoba, Buenos Aires und auch zu den Iguazu Fällen. Und ein bisschen Zeit wollen wir auch noch für Brasilien haben.
Also kaufen wir ein Busticket nach Mendoza. Diesmal haben wir eine Nachtfahrt vor uns, aber die Busse sind hier sehr bequem. Man kann die Sitze in 180° Stellung bringen und kann dann ganz gut schlafen. Es gibt sogar Service inklusive warmem Essen und Wein.
Mendoza gefällt uns sehr gut. In der Stadt gibt es viele Bäume, hauptsächlich Platanen, die viel Schatten spenden. Überall gibt es Cafés und Restaurants, die ihre Tische draußen stehen haben. Kein Wunder, die Temperaturen sind um die 30 Grad, So wie es uns gefällt.
Wir machen eine Stadtrundfahrt, laufen auch viel in der Stadt rum und die obligatorische Weintour fällt auch nicht aus. Es ist ja nicht gerade so, dass man einem Mädel von der Mosel und einer passionierten Weintrinkerin noch viel vom Weinanbau erzählen müsste, aber nett war die Tour doch.
In einem Reisebüro wird auch noch eine Andentour angeboten und auch da greifen wir zu. Wir fahren bis zur Grenze zu Chile und machen Stopps an interessanten Punkten wie zum Beispiel dem Skigebiet Penitentes und der Puente del Inca. Früher fuhr diese Strecke auch die Ferrocarril Transandino, eine Schmalspureisenbahn, die Mendoza mit Santiago de Chile verbunden hat. Es ist eine beeindruckende Streckenführung und es ist schade, dass die Bahn jetzt nicht mehr fährt.
Bei Las Cuevas fahren wir eine Serpentinenstraße hoch, während im Tal der Fernverkehr weiter nach Chile rollt. Es geht recht steil bergauf und unterwegs sehen wir einige Fahrzeuge, die mit Motorproblemen liegen geblieben sind. Unser Bus kommt zum Glück ohne Panne nach oben und dort steht auf über 3800 m ein Denkmal der Freundschaft, der Cristo Redentor de los Andes.
Hier oben treffen Argentinien und Chile zusammen, allerdings ohne Grenzkontrollen. Wir hatten gute Sicht und konnten sehr weit gucken. Vor ein paar Jahren waren wir ja auf der chilenischen Seite Ski fahren. Das ist Luftlinie nicht weit weg von dem Standpunkt, wo wir uns nun befanden.
Am nächsten Morgen fahren wir weiter nach Cordoba. Auch eine schöne Stadt, aber wir bleiben nur 3 Tage. Neben der Stadtbesichtigung mit vielen, vielen Kirchen fahren wir auch nach Alta Gracia, wo es noch mehr Kirchen gibt. Hier waren die Jesuiten schwer aktiv und auch Che Guevara hat hier mal gewohnt, sein Elternhaus ist jetzt ein Museum.
Dann gehts weiter nach Buenos Aires. Eigentlich ist das von Cordoba aus locker in einer Tagestour zu schaffen, aber wir finden leider nur Nachtbusse. Nun, die Busse sind ja recht bequem, aber wir hätten lieber tagsüber die Landschaft betrachtet.
In Buenos Aires kommen wir am frühen Morgen an und der erste Blick auf Buenos Aires ist nicht so berauschend. Die Gegend um den Busbahnhof ist eine üble Gegend und wir fahren gleich mit dem Taxi in unser gebuchtes Hotel. Wir können unser Zimmer erfreulicherweise auch gleich beziehen, was ja nicht selbstverständlich ist. Wir haben auf dieser Reise unsere Vorliebe für Aparthotels entdeckt, da man hier auch auch eine Küche hat. Wenn wir so lange unterwegs sind, dann schätzen wir es, wenn wir mal selbst kochen können und wir fühlen uns ein bisschen mehr zuhause.
Buenos Aires wird gerne als Paris Südamerikas bezeichnet oder man sagt, das so Paris vor 30 Jahren war. Wir haben Franzosen aus Paris getroffen und die teilen diese Meinung nicht ganz, aber schön ist die Stadt schon.
Wir sind ja nicht so die Stadtmenschen, aber wir stürzen uns ein paar Tage ins Gewühl, besichtigen die üblichen Sehenswürdigkeiten und da die Stadt ja auch für den Tango berühmt ist, lassen wir auch dieses Kapitel nicht aus.
Wir machen eine Fahrt nach Tigre und ins Delta des Rio Parana, der dann in den Rio del la Plata fließt. Auch die Gaucho Tour zu einer typischen Estancia lassen wir uns nicht entgehen.
Aber dann ist auch gut. Wir verlassen Buenos Aires und fahren mit der Fähre über den Rio de la Plata zu der anderen Seite nach Uruguay. Die Fähre ist neu und man muss sich über die Schuhe einen Schutz anziehen, so wie man das auf Bootsmessen kennt. Wir fahren in der Businessclass und zur Begrüßung wird Sekt serviert. Nicht schlecht. Nach gut zwei Stunden sind wir schon in Montevideo, aber dazu mehr im nächsten Bericht.

26. 01. 2014 - 12. 02. 2014 Uruguay - Iguazu Fälle - Ilha Grande/Brasilien - Rio de Janeiro - Frankfurt
Montevideo ist eine große Stadt wie Buenos Aires und vieles kommt uns im ersten Moment ähnlich wie in Buenos Aires vor. Wir machen einen Stadtrundfahrt, aber dann haben wir auch schon wieder genug von der Stadt. Wir möchten gerne nach Punta del Este, ein Badeort an der Mündung des Rio de la Plata, der auch schön öfter Etappenziel im Volvo Ocean Race war.
Vorher machen wir aber noch einen Stopp in Piriapolis, auch einem Seebad am Rio de la Plata, wo wir das Casapueblo des uruguayischen Künstlers Carlos Paez Vilano besuchen. 
Der Ort Punta del Este gefällt uns nicht besonders gut, viele Hochhäuser, braunes Wasser und viel Betrieb. Das soll der schönste, exklusivste und eleganteste Badeort in Uruguay sein? Nur weil ein paar Promis sich gelegentlich hier sehen lassen? Nee, da ist es doch in französisch Polynesien viel viel schöner. 
In Uruguay besuchen wir auch noch das hübsche Städtchen Colonia. Hier hätten wir es ein paar Tage länger ausgehalten. Es gibt ein gut restauriertes historisches Viertel und auch ansprechende Kneipen und Restaurants. Das Wetter stimmt auch und wir entdecken immer wieder schöne Fotomotive. 
Auf dem Rückweg von Colonia nach Montevideo machen wir noch einen Stopp einem kleinen privaten Museum. Dort ist eine riesige Sammlung von Bleistiften und sonstigem Krimskrams ausgestellt, die dem Sammler sogar zu einem Eintrag im Guinessbuch der Rekorde verholfen haben. War ganz witzig. 
Uruguay rühmt sich den am längsten andauernden Karneval zu haben. Die feiern 40 Tage lang und wir haben an unserem letzten Abend dort noch einen großen Umzug in der Stadt gesehen.
Aber wir wollen weiter, nächstes Ziel sind die Iguazu Fälle, aber dazu müssen wir erst mit der Fähre wieder nach Buenos Aires zurück, da wir von dort aus einen Flug gebucht haben. 
Nachdem wir gelandet sind, hat es ordentlich geschüttet. Wie aus Eimern ist leicht untertrieben, aber gut, so führen die Fälle auch viel Wasser und sind noch beeindruckender. 
Am nächsten Tag ist auch wieder schönes Wetter und wir erkunden die Region ausgiebig. Die Fälle liegen ja in dem Länderdreieck von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wir haben uns entschieden in Puerto Iguazu ein Hotel zu buchen, aber wir schauen uns auch Foz de Iguacu in Brasilien und Ciudad del Este in Paraguay an. 
Wir sind froh, dass wir in Argentinien geblieben sind, denn Foz de Iguacu ist uns zu groß und Ciudad del Este in Paraguay gefällt uns auch nicht. Ciudad del Este ist übrigens der Einkaufsladen für Argentinien und Brasilien, da dort vor allem elektronische Geräte viel billiger sind. 
Den Itaipu Staudamm am Fluss Parana zwischen Paraguay und Brasilien besuchen wir auch. Das war bis zur Fertigstellung des Drei-Schluchten-Stausees in China das größte Kraftwerk der Welt und steht auch heute noch an erster Stelle was die Jahresenergieproduktion an betrifft.
Wir besuchen die Iguazu Fälle von der brasilianischen Seite und auch von der argentinischen Seite. Der brasilianische Anteil an den Fällen liegt bei nur einem Viertel, das haben wir an einem Tag gut ablaufen und alles anschauen können. 
Für die argentinische Seite haben wir uns mehr als einen Tag gegönnt, diese Seite hat uns auch am besten gefallen. Es ist sehr beeindruckend, wie man die Fälle von oben oder unter anschauen kann. An manchen Stellen wird man sogar von der Gischt voll geduscht.
Aber die Fälle liegen auch in einem dichten Dschungel. Wir sehen viele Schmetterlinge und Vögel und erfreuen uns an dem Anblick von tropischen Blumen. Nasenbären streifen auch durchs Gelände, aber hauptsächlich bei den Restaurants und Snackbars. 
Beim Garganta del Diablo starten wir mit einer Schlauchboottour, wo wir sogar Affen sehen. 
Also es gibt viel zu entdecken und es gefällt uns sehr gut. Aber irgendwann müssen wir weiter und unser nächstes Ziel soll die Insel Ilha Grande in Brasilien sein. 
Da wir mit Busfahrten in Südamerika generell gute Erfahrungen gemacht haben, buchen wir eine Bustour die etwa 22 Stunden dauert. Wir werden erst mit dem Taxi nach Foz de Iguacu in Brasilien gefahren, wo wir in den Langstreckenbus steigen. 
Der Bus ist nicht ganz so komfortabel, wie wir das aus Chile und Argentinien kennen, aber die Fahrt ist doch recht angenehm. Wir fahren bis Barra Manga hinter Sao Paulo und steigen dann um in einen Bus, der bis Angra dos Reis fährt. Diese Strecke hat uns landschaftlich besonders gut gefallen und am Zielort sind wir dann in die Fähre nach Ilha Grande. 
Wir hatten ein Hotel in der zweiten Reihe gebucht und das war auch gut so. An der Strandpromenade waren Menschen, Menschen, Menschen. Kein Wunder, es lag auch ein Kreuzschiff vor Anker. Aber die Passagiere waren ja bald weg und wir haben auch die ruhigen und beschaulichen Ecken von Ilha Grande kennengelernt. Die Insel ist übrigens autofrei und hier haben wir mal eine Woche lang unsere Seele baumeln lassen, denn wir hatten in den letzten Wochen immer wieder neue Eindrücke zu verarbeiten. 
Die Hotelwirtin war sehr herzlich und insbesondere das Frühstück war Klasse, viel frisches Obst und auch sonstige Leckereien, die die Brasilianer gerne zum Frühstück essen. Auf der Insel selbst haben wir mehrere Wanderungen gemacht und das Strandleben kam auch nicht zu kurz.
Für Rio haben wir uns nur 4 Tage vorgenommen. Ein Tag vor unserer Abreise nach Rio waren dort größere Unruhen. Die Buspreise wurden erhöht, aber das war wohl nur der Vorwand, an dem sich der allgemeine Unwille entzündet hat. 
Brasilien richtet diesen Sommer die Fußballweltmeisterschaft aus und ist 2016 auch der Austragung der Olympiade. Das kostet alles viel Geld und viele sind der Meinung, dass dieses Geld anderswo mehr gebraucht wird. Wir können die Protestanten gut verstehen, aber in die Unruhen hineingeraten wollen wir aber auch nicht. 
Aber als wir ankommen, ist alles wieder ruhig. 
Wir haben ein Apartment in der Nähe der Copacabana und laufen dort auf und ab. Benno schaut nach jungen, hübschen Frauen, aber leider sieht man mehr von der gegenteiligen Variante. Natürlich absolvieren wir auch das übliche Touristenprogramm inklusive Corcovado mit der Christusstatue, fahren auf den Zuckerhut, laufen durch die Altstadt und promenieren an der Copacabana und am Ipanema Strand. Dort schlürfen wir auch einen Caipirinha und lassen es uns gut gehen. 
Obwohl jetzt Regenzeit ist, haben wir tolles Wetter. Vor ein paar Wochen gab es ein heftiges Gewitter, wo der Blitz sogar dem Christus den Mittelfinger beschädigt hat, aber seitdem hat es nicht mehr in Rio geregnet. Gut für uns, denn wir haben tolle Sicht vom Corcovado und auch vom Zuckerhut.
Viele wundern sich, wieso wir so kurz vorm Karneval wieder von Rio abreisen, aber wir haben gute Gründe. 
Wir haben ab dem 16. Februar eine Woche Skifahren mit Verwandten und Freunden in Südtirol gebucht und darauf freuen wir uns sehr. Ist uns wichtiger als der Karneval in Rio.
Aber Rio hat uns schon gut gefallen, vielleicht kommen wir ja irgendwann wieder hin. 
Der Flug nach Frankfurt war problemlos, aufgefallen ist uns nur, das der Pilot öfter mal großen Gewitterzellen ausgewichen ist. Man hat wohl was gelernt seit dem Absturz auf dieser Strecke vor einigen Jahren. Soll uns recht sein, wir freuen uns
jedenfalls wieder gut in Frankfurt gelandet zu sein.

12. 02. 2014 - 26. 03. 2014 Frankfurt - Papeete
So, nun sind wir wieder in Französisch Polynesien, aber ich will doch noch einen kleinen Rückblick auf unsere Zeit in Deutschland geben. 
Nach unserer Ankunft in Frankfurt waren wir nur für kurze Zeit in Altenstadt in unserem Haus. Es war wieder Kofferpacken angesagt und diesmal für einen einwöchigen Skiurlaub in Südtirol. 
Eigentlich haben wir dort in dieser Zeit des Jahres nicht ganz so viel Schnee, aber dafür ständigen Sonnenschein erwartet. So war es nicht ganz. Wir hatten durchwachsenes Wetter mit manchmal Schneefall und Schneeregen, aber wir hatten auch einige schöne Sonnentage darunter. Dafür konnten wir uns über den Schnee nicht beklagen. Erfreut waren wir, dass das Skifahren noch so gut klappte, schließlich waren wir zuletzt vor 5 Jahren in Chile Skifahren und jünger sind wir auch nicht geworden. Aber das Skifahren ist wohl wie Fahrradfahren, verlernt man nicht. 
Wieder in Altenstadt kam eine arbeitsreiche Zeit auf uns zu. Ein Freund von uns will unser Haus mieten und das heißt für uns, dass wir es leerräumen mussten. Zwar nicht ganz, denn ein Zimmer werden wir behalten, aber es war trotzdem keine leichte Aufgabe. Es bedeutete für uns, dass wir beschäftigt waren mit aussortieren, wegwerfen, wegräumen, verschenken, etc. 
Für uns schon eine sehr emotional Zeit, denn irgendwie sind einem immer wieder Dinge aus unserem vergangenen Leben in die Hände gefallen. 
Aber nun ist alles erledigt und es hat sich tatsächlich ein gewisses Gefühl der Befreiung eingestellt. 
Trotz der vielen Arbeit haben wir aber doch noch Zeit gefunden uns mit Freunden und Verwandten zu treffen und wir hatten eine tolle Zeit miteinander. 
Wenn wir wieder auf Belena sind, wird die erste Zeit auch arbeitsreich sein, denn wir müssen alles, was was wir ab- und ausgebaut haben, wieder an seinen Platz bringen und auch eine größere Putzorgie wird auf uns zukommen. Aber das werden wir auch noch schaffen und wir freuen uns schon drauf, wieder mit Belena unterwegs zu sein.
Der nächste Bericht wird dann wieder unter Logbuch erscheinen und zwar unter Logbuch 2014.